SELBST. BESTIMMT.

Handbuch für Berliner Schülervertreter_innen

Einleitung

Themen der SV

Das 1x1 der SV Arbeit

Die Arbeit der SV

Demokratie und Schule

Service

Ihr habt die Wahl. Wahlen der SV Klassensprecher_innenwahlen (  Aufgaben von Klassensprecher_innen) Wahlen sind zwar eine große Herausforderung, doch sie bewirken vor allem eins: dass es eine SV überhaupt gibt! Stimmzettel und Wahlprotokolle für die Klassensprecher_innenwahlen:
Einheitliche Protokolle und Stimmzettel bei den Wahlen helfen Euch, die Ergebnisse später auszuwerten. Außerdem ist so sichergestellt, dass in allen Klassen die gleichen Rahmenbedingungen bestehen. Wer? Wie? Was?
Jede Klasse sollte die Chance bekommen, im Vorfeld der Wahl zu klären, was eine_n guten Klassensprecher_in ausmacht, welche Kompetenzen diese_r mitbringen sollte und welche Erwartungen die Mitschüler_innen und Lehrkräfte an das Klassensprecher_innenteam haben. Dabei sollten folgende Fragen geklärt sein: Welche Aufgaben und Rechte hat ein_e Klassensprecher_in?
Was erwarten die Schüler_innen?
Was erwarten die Lehrer_innen? Dabei sollten folgende Fragen geklärt werden: Wählen wir beide auf einmal oder nacheinander?
Sollte ein Junge und ein Mädchen gewählt werden? Macht Euch klar, dass die Klassensprecher_innen die Interessen Eurer Klasse ein ganzes Jahr vertreten und dementsprechend agieren müssen. Achtet deshalb darauf, dass nicht die oder der Beliebteste, sondern der oder die Engagierteste gewählt wird. Und so könnt Ihr das erreichen: Besprecht möglichst schon am ersten Schultag, wann die Wahlen stattfinden.
Sammelt innerhalb einer Woche die Vorstellungen der Schüler_innen Eurer Klasse, wie ein_e gute_r Klassensprecher_in sein soll und was Ihr speziell für Eure Klasse von ihm_ihr erwartet.
Jetzt könnt Ihr anfangen, über Kandidat_innen nachzudenken. Fragt doch mal bei Eurer Wunschkandidatin bzw. Eurem Wunschkandidaten nach, ob er oder sie sich dieser Aufgabe stellen will. Vielleicht hat er oder sie noch gezögert, ist jetzt aber bestärkt durch Euer Vertrauen. Geheime Wahlen
Geheime Wahlen sind sehr wichtig, um wirklich frei entscheiden zu können. Sonst riskiert Ihr, dass die Entscheidung durch Freundschaftsbande oder die Freundschaft durch die Wahlentscheidung beeinträchtigt wird. Zwei Wahlgänge
Durch die Trennung der Wahlen zum_zur Klassensprecher_in und dessen_deren Stellvertreter_in können sich auch Schüler_innen wählen lassen, die sich das Klassensprecher_innenamt nicht zutrauen, diesen aber als Stellvertreter_in unterstützen wollen oder aber diejenigen, die nicht zum_zur Klassensprecher_in gewählt worden sind. Am Wahltag Plant mindestens zwei Stunden für die Durchführung der Wahl ein. Dankt den alten Klassensprecher_innen für ihre Arbeit.
Bestimmt Wahlleiter_in und 2 Helfer, die nicht kandidieren.
Sammelt Wahlvorschläge: Dabei kann jeder und jede einen anderen oder sich selbst vorschlagen.
Fragt, ob die Vorgeschlagenen kandidieren wollen, damit vor der Wahl klar ist, wen man wählen kann.
Macht die Kandidatenliste für alle gut sichtbar.
Alle Kandidat_innen stellen ihre Ziele und Gründe für die Kandidatur vor.
Stellt jetzt Nachfragen an die Kandidat_innen.
Wählt in zwei Wahlgängen (2 Klassensprecher_innen und Stellvertreter_innen), geheim wählen.
Auszählung durch die Wahlhelfer_innen.
And the Winner is …: Das Ergebnis der Wahl bekannt geben. Schülersprecher_in wählen und SV-Vorstand bilden Vorbemerkung Im Folgenden wird häufig die Rede vom „SV-Vorstand“ sein. Damit ist gemeint, wenn sich Schulsprecher_in und Vertreter_innen gemeinsam als SV-Team oder aber als „SV-Vorstand“ verstehen und versuchen die Arbeit gemeinsam besser zu bewältigen, z. B. indem die Aufgaben innerhalb des Vorstands verteilt werden und nicht alles am Schülersprecher_in hängen bleibt. Die Wahlen zum SV-Vorstand stellen die gesamte Schülerschaft, das organisierende SV-Team und die Schule vor eine große Herausforderung. Schließlich geht es darum, wer die Interessen der Schüler_innen im kommenden Schuljahr vor der Schulleitung vertritt. (  So long. So long. Beispielablauf eines SV-Jahres) Oft haben die Schulen dasselbe Problem: Entweder stellen sich nur die Beliebtesten oder Coolsten zur Wahl auf oder diejenigen, die nur ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen. Doch Schülersprecher_in sollte der-diejenigen werden, die sich aus Überzeugung für die Belange der Schüler_innen einsetzen und sich am schulpolitischen Alltag engagiert. Lösungsansätze, wie man dies umgeht und was man überhaupt alles für eine solche Wahl beachten muss, versuchen wir in diesen Artikel anschaulich zu erklären. Vorbereitung
Das A und O der Wahl ist ihre Vorbereitung. Wie wäre es denn, wenn ein Wahlkomitee schon vor den Ferien beginnt, sich darum zu kümmern? Früher wurde der_die Schulsprecher_in von der Schüler_innenvertretung gewählt. Im Schulgesetz (  Welche Rechte haben Schüler_innen und ihre gewählte Schüler_innenvertretung?) ist die Wahl des Schulsprechers bzw. der Schulsprecherin durch eine Urwahl die ausschließliche Regelung [Schulgesetz§ 85, Abs. 3]. „Alle Schülerinnen und Schüler einer Schule wählen aus ihrer Mitte eine Schulsprecherin oder einen Schulsprecher und bis zu drei Stellvertreterinnen oder Stellvertreter.“ (Schulsprecher_in + Vertreter_innen = SV-Vorstand)
Dazu könnt Ihr in einer Doppelstunde, die Ihr bei der Schulleitung als Schülerversammlung [Schulgesetz, § 85 Abs. 7] anmeldet, alle Schüler_innen auf den Hof oder in Eure Aula einladen. Dort sind Wahlurnen und Wahlkabinen für jede Jahrgangsstufe aufgestellt, die Ihr von Eurem Bezirksamt kostenlos gestellt bekommt. Folgende Punkte solltet Ihr bei der Vorbereitung beachten (vier Wochen vor der Wahl): Wahlausschuss bilden (besteht aus Schüler_innen, die nicht kandidieren)
Wahltermin mit der Schulleitung absprechen
Wahltermin und Bewerbungsfrist für die Kandidatur gut sichtbar auf großen Plakaten und für alle zugänglich veröffentlichen
Wahlvorschläge sammeln (Jede_r Schüler_in kann jede_n Schüler_in vorschlagen, auch sich selbst!) und Zustimmung der vorgeschlagenen Kandidat_innen einholen
Kandidatenvorstellung bei den Schüler_innen z. B. durch die Schülerzeitung, als Plakat oder als Steckbrief - - Klassenlisten beschaffen (gibt’s im Sekretariat) beinhaltet die Namen aller Wahlberechtigten (wichtig für die Wahl - - Stimmzettel vorbereiten; Kästchen für Ja/Nein/Enthaltung Durchführung
Ihr könnt die Wahlveranstaltung vom Wahlgang trennen. In diesem Fall richtet Ihr einfach ein Wahlbüro ein, in dem zum Beispiel einen Tag lang in jeder Pause einzeln oder während des Unterrichts klassenweise die Stimmen abgegeben werden können. Die Durchführung könnte wie folgt ablaufen: Wahlleiter_in eröffnet und leitet die Wahlveranstaltung: Anzahl der Wahlgänge bestimmen.
- Der_Die Schulsprecher_in und seine_ihre Mitarbeiter_innen oder Stellvertreter_innen werden in zwei getrennten Wahlgängen gewählt. Zuerst der_die Schulsprecher_in, dann die drei Stellvertreter_innen. Jede_r Kandidat_in hält eine Kandidaturrede mit Zielen und Gründen für seine Kandidatur. (Überlegt, ob Ihr hier eine Redezeitbegrenzung einführen wollt.) Ihr könnt Euch auch überlegen, die Reden anonym stattfinden zu lassen, indem die Kandidat_innen hinter eine Wand stehen und nur der Wahlvorstand die Redner_innenfol ge kennt. Somit wird ausgeschlossen, dass nach Oberflächlichkeiten entschieden wird.
Schüler_innen können den Kandidat_innen Fragen stellen.
Jede_r Wahlberechtigte kann je eine Stimme für jedes zu wählende Amt vergeben. (Wenn Ihr also einen vierköpfigen Vorstand wählt, hat jede_r vier Stimmen.)
Jede_r, die_der ihre_seine Stimme abgibt, wird auf den Klassenlisten abgestrichen, damit niemand doppelt wählt. Dazu stellt Ihr neben jede Wahlkabine eine_n Wahlhelfer_in, die_der die Listen führt.
Am Ende der Wahl zählt der Wahlausschuss öffentlich die Stimmen aus. Stimmen werden ungültig, wenn die Entscheidung nicht eindeutig ist, der Stimmzettel Vorbehalte oder beleidigende Zusätze enthält oder zu viele Stimmen abgegeben wurden.
Bei gleicher Stimmenanzahl mehrerer Kandidat_innen erfolgt eine Stichwahl.
Wahlniederschrift anfertigen und öffentlich machen. Diese sollte Folgendes beinhalten: - Bezeichnung der Wahl - Ort, Beginn, Ende - Wahlvorschläge - Gültige Stimmen, ungültige Stimmen, Enthaltungen - Stimmen pro Kandidat_in - Wahlbeteiligung - Mitglieder des Wahlausschusses mit Unterschrift - Wählerverzeichnis Wenn Ihr diese Punkte beachtet, dann könnt Ihr gut organisiert und strukturiert ins neue Schuljahr starten. Alternative Wahlvorschläge: Die Kandidat_innen sind bei ihrer Kandidaturrede nicht zu sehen. Die Redereihenfolge darf nur dem Wahlvor stand bekannt sein. - Aussehen und Beliebtheit treten in den Hintergrund, da lediglich Bekannte die Kandidierenden an der Stimme wiedererkennen werden. - Wenn Aussehen und Beliebtheit in den Hintergrund treten, wird der Inhalt der Aussagen wichtiger, es geht um die Sache!
Wählt einzeln und nicht in Gruppen. - So verhindert ihr, dass eine Freundes-Clique gewählt wird. - Einzelne Personen sind unabhängiger als Gruppen. Die SV vertritt die Interessen aller Schüler_innen. Damit das auch wirklich geht, achtet darauf, dass sowohl Jungs und Mädchen als auch ältere und jüngere Schüler_innen in der neuen SV vertreten sind und sich so die verschiedenen Perspektiven der Schüler_innenschaft im SV-Team widerspiegeln. Vielleicht habt Ihr ja selbst neue Ideen für ein Wahlkonzept, das dem gerecht wird. Probiert und diskutiert, beschreitet neue Wege! Unterstützung und Anregungen hierzu findet Ihr vor allem im Austausch mit den Schüler_innenvertretungen anderer Schulen, z. B. auf den Sitzungen Eures BSA oder des LSA.
Als SV im Team arbeiten So long. So long. Beispielablauf eines SV-Jahres Wahlen
Nachdem Ihr als SV-Vorstand erfolgreich gewählt wurdet, werden anschließend die Vertreter_innen in die verschiedenen schulischen Gremien wie Bezirksschülerausschuss, usw. gewählt. Vor der Wahl solltet Ihr die Schüler_innen motivieren, dort mitzuwirken (am besten können das ehemalige Vertreter_innen). Hängt danach eine Liste mit den Vertreter_innen im SV-Raum oder Schulhaus auf und bittet später um Berichte aus den Gremien. Gebt Euren Vertreter_innen auch konkrete Arbeitsaufträge mit!
(  Schülersprecher_in wählen und SV-Vorstand bilden)
(  Level up! – Schüler_innenvertretung in den Bezirken und Berlin) Themen sammeln (  Kapitel Themen für die Schüler_innenvertretung)
Unter einer konkreten Fragestellung wie „Welche Themen und Projekte wollen wir im nächsten Jahr bearbeiten?“ könnt Ihr, zum Beispiel per Kartenabfrage, Themen sammeln, zu denen Ihr arbeiten wollt. Themen auswählen / Prioritäten setzen
Sind alle Themen gefunden, solltet Ihr sie nach Wichtigkeit sortieren und Oberbegriffen (z. B. „Events“) zugeordnet. Ideen: Falls Euch wirklich einmal die Ideen ausgehen, sammelt Vorschläge und Kritik! Fragt in der GSV mal, was die Leute gerade an der Schule ändern wollen, womit sie unzufrieden sind und was sie sich wünschen. Daraus entstehen schnell neue Ideen für Aktionen oder Anträge an die Schulkonferenz. Feedback zur SV-Arbeit
Es ist spannend zu wissen, wie die SV-Arbeit bisher bei den Schüler_innen angekommen ist, welche Verbesserungsvorschläge sie haben oder was ihnen völlig fehlt. Aber auch Fragen nach Projektideen für das kommende Schuljahr sind sehr nützlich. Themen bearbeiten
Zu jedem Thema finden sich Interessierte, die sich damit beschäftigen wollen. Diese bilden Teams, die auch über die Sitzung hinaus weiterarbeiten. In den Teams werden Ideen zu Zielen der Arbeitsgruppe und zu ihrer Arbeitsweise gesammelt. Denkt dabei an die Präsentation und Diskussion Eurer Ergebnisse. Trefft gleich bei der ersten Sitzung konkrete Absprachen, an denen Ihr nach der Sitzung weiterarbeiten könnt, und haltet sie in einem Maßnahmenplan fest! Alle Maßnahmenpläne der einzelnen Gruppen werden gesammelt und für alle zugänglich gemacht (z. B. durch Hochladen der Dokumente). Übergabe gestalten (  Der Nächste bitte: Nachhaltigkeit und Wissensmanagement)
Am Ende Eures SV-Jahrs solltet Ihr reflektieren, was in dieser Zeit gut gelaufen ist und was andere beim nächsten Mal besser machen können. Habt Ihr dann die Wahlen zur neuen SV organisiert, ist es wichtig, dass Ihr Euch mit den anderen, also der neuen SV, darüber austauscht und Euer Wissen weitergebt. So, dass diese hoffentlich nicht dieselben Fehler macht und dort weiter arbeiten kann, wo Ihr aufgehört habt. Teamwork: Gute Zusammenarbeit in der SV Es kommt immer wieder vor, dass man in vielen Schüler_innenvertretungen in unzufriedene Gesichter guckt. Dabei fallen oftmals Sätze wie „Ich habe das Gefühl, dass die ganze Arbeit immer an ein paar wenigen Engagierten hängen bleibt“ oder „Ich bin nicht ausreichend informiert, um mich selbstständig in die SV einzubringen“. Dabei kann meist schon ein wenig Umstrukturierung der SV-Arbeit und der Sitzungen helfen, um allen Mitgliedern die Chance zu geben, sich nach ihren eigenen Kapazitäten einzubringen und als SV wieder an einem Strang zu ziehen. Ihr als Schüler_innenvertretung übernehmt freiwillig eine Vielzahl von Aufgaben und eine Menge Arbeit. Da kann natürlich passieren, dass bei einigen schnell die Lust vergeht. Um dem von vornherein vorzubeugen, sollte SV-Arbeit so gestaltet werden, dass sich alle wohlfühlen und die vermeintliche Arbeit Spaß macht. Es gibt viele konkrete Möglichkeiten, um das Teamgefühl in Eurer SV zu stärken: Regelmäßige Treffen (  Die nächste Sitzung kommt bestimmt! Sitzungen vorbereiten, durchführen und moderieren)
Ihr dürft Euch zwei Mal im Monat als GSV treffen – das kann sinnvoll sein, Ihr dürft Euch aber auch in kleineren Arbeitsgruppen treffen, die die GSV bildet. Also vereinbart ruhig Arbeitstreffen für bestimmte Projekte. Wichtig ist, dass nicht zu viel Zeit zwischen den Treffen vergeht, weil man sonst alles wieder vergessen hat. Kennenlernen
In vielen SVen kennt sich lediglich ein Bruchteil der Mitglieder, bestenfalls kennt man alle Namen der Anwesenden. Dabei ist es unglaublich förderlich, wenn Ihr Euch die Zeit nehmt, Euch am Anfang des Schuljahres gegenseitig kennenzulernen, damit Euer Zusammenhalt gestärkt wird, Ihr auf die unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb der SV eingehen und zusammen Erfolge feiern könnt. Dieses Kennenlernen muss durch verschiedene Aktionen ermöglicht werden. Veranstaltet doch am Anfang des Schuljahres einen Kennenlerntag mit verschiedenen Spielen und einem gemeinsamen SV-Grillen. Nehmt Euch die Zeit für Kennenlernspiele innerhalb der SV-Sitzungen oder gestaltet Eure eigene SV-Fahrt mit gemeinsamen Aktivitäten. Aufgabenteilung
Es ist gut, wenn nicht eine Person für alles verantwortlich ist, sonst wird’s schnell stressig. Also teilt Euch die Aufgaben auf: Finanzen, Internet, Kontakt zu Vertrauenslehrer_innen, Eltern, Schulleitung, Öffentlichkeitsarbeit – für das alles kann jemand anders zuständig sein. Methode: Kennenlernbingo – Kennenlernmethode mit Details, die im Kopf bleiben. Vorbereitung: Auf einem Blatt wird ein Raster aufgetragen, z. B. 6x6 Felder. In jedes Feld werden Aussagen geschrieben. Diese können sich auf Äußeres beziehen (Schuhgröße > 46), etwas mit der Familiensituation zu tun haben (hat 3 oder mehr Geschwister) oder auf Interessen eingehen (zieht das Zelt dem Hotelbett vor); sei kreativ, pass jedoch auf Vorurteile auf. Durchführung: Jede Person erhält eine Bingo-Karte. Nun gilt es herauszufinden, auf welche Person welche Aussage zutrifft. Der Name der Person wird in das jeweilige Kästchen eingetragen, jeder Name darf allerdings nur einmal verwendet werden. Sobald eine Person eine Querreihe (alternativ mehrere) voll hat, ruft diese „Bingo!“ und das Spiel ist beendet. Methode: „Alle, die ...“ – Kennenlernspiel, bei dem man etwas über die Vorlieben und Eigenschaften der Teilnehmenden erfahren kann. Alle sitzen in einem Stuhlkreis, wobei es einen Stuhl weniger gibt als Mitspielende. Eine Person steht in der Mitte und überlegt, was sie über die Anwesenden erfahren möchte (z. B. „Alle, die gern Mitspracherechte im Schulalltag haben möchten“). Wer sich angesprochen fühlt, steht auf und wechselt den Platz. Allerdings darf man sich nicht auf die Stühle direkt neben sich setzen. Diejenige Person, die keinen Stuhl gefunden hat, ist die nächste in der Mitte und denkt sich einen neuen Satz aus (z. B. „Alle, die heute rote Socken tragen“). Das Spiel kann endlos gespielt werden, sollte aber in einem passenden Moment von der Moderation abgebrochen werden. Methode: Tuch wenden – Kooperationsspiel, das auf gegenseitigen Absprachen und Einbeziehung aller basiert. Man benötigt ein großes Tuch. Zu Beginn stehen alle Teilnehmenden auf diesem. Ziel ist es, das Tuch zu wenden, ohne dass es jemand verlässt. Wenn ein_e Mitspieler_in den Boden berührt, muss von vorn begonnen werden. Ist die Aufgabe gelöst, bietet sich eine Diskussion bzw. Auswertung an. Mögliche Fragen: „Mit welchen Methoden und welchem Umgang in der Gruppe wurde das Ziel erreicht?“, „Woran scheiterte es?“ Die Ergebnisse können als Grundlage für weitere Teamarbeiten und für den Gruppenzusammenhalt dienen. Die Teilnehmenden sollen reflektieren, welche Rolle sie in dem Prozess eingenommen haben, und wie sie sich in der Diskussion um die richtige Methode verhalten haben. SV-Aktionen
Gemeinsam arbeiten ist die eine Sache. Wenn Ihr Euch bei der gemeinsamen Arbeit aber untereinander kennt und miteinander wohlfühlt, fällt die Arbeit meist leichter. Dazu könnt Ihr ab und zu gemeinsame SV-Aktionen planen, bei denen Ihr Euch außerhalb der Schule etwas privater kennenlernen könnt. Veranstalter ein gemeinsames Grillen im Park, ein gemeinsames Weihnachtsessen oder einen Filmabend, um gemeinsam Spaß zu haben.
Das klingt ja alles lustig, aber wie sollen wir jetzt zusammen im Team arbeiten? In Kontakt bleiben (  Die SV ist online. Kommunikation in der SV)
Es ist gut, wenn alle, die irgendwie aktiv beteiligt sind, miteinander in Kontakt bleiben. Dazu hilft erst mal eine Kontaktliste, auf der z. B. alle Klassensprecher_innen ihre Namen, E-Mail, Handynummer usw. eintragen. Welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, die Ihr vielleicht auch schon kennt, das findet Ihr im Kapitel „Kommunikation“. SV-Raum
Noch besser wäre es natürlich, wenn es einen festen Ort für Treffen gibt, z. B. einen eigenen SV-Raum oder ein Aufenthaltsraum für die Oberstufe. Darauf habt Ihr leider kein richtiges Recht, aber vielleicht lässt sich etwas mit der Schulleitung vereinbaren oder durch die Schulkonferenz erreichen. Die nächste Sitzung kommt bestimmt! Sitzungen vorbereiten, durchführen und moderieren SV-Sitzungen
Alle Belange der SV-Arbeit sollten auf den regelmäßigen Treffen besprochen werden. Die Sitzungen sollen dem Austausch, der Planung und der Vorbereitung von Konferenzen, wie z. B. der Schulkonferenz etc., dienen. Damit alle motiviert bleiben, muss SV-Arbeit auch Spaß machen. Daher ist es hilfreich, die SV-Sitzungen freundlich und offen zu gestalten und unkomplizierte Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Sitzordnung kann dabei schon Wunder bewirken. Versucht doch mal, eine Sitzung im Stuhlkreis durchzuführen. Dieser ermöglicht, dass sich alle Teilnehmenden gegenseitig wahrnehmen können und die Hemmschwelle, sich zu beteiligen, sinkt. Durch ein bisschen Essen, zum Beispiel Kekse, könnt Ihr die Atmosphäre auf Euren Sitzungen auflockern. Wenn Ihr vor den Sitzungen von der Schule geschlaucht oder unkonzentriert seid, dann leitet die Sitzungen doch einfach mit einem kleinen WUP – Warm-up-Spiel ein. Kennt Ihr das Problem, dass sich auf Euren Sitzungen immer nur dieselben reden? Versucht es mal mit einer Kartenabfrage, um unkomplizierte Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen. Konkret heißt das, wenn Ihr beim nächsten Mal wissen wollt, welche Erwartungen die einzelnen Mitglieder an das gemeinsame SV-Jahr haben, oder Projektideen gesucht werden, verteilt einfach mal Zettel und Stifte, auf die alle ihre Ideen erst mal für sich aufschreiben können. Sammelt die Karten ein und diskutierte im Anschluss die Ergebnisse. Sitzungen ungestört durchführen
Wenn die SV zusammenkommt, sollten die Sitzungen so ablaufen, dass Ihr konzentriert zu Entscheidungen kommen könnt, also z. B. ohne Störungen von Leuten, die es eigentlich gar nicht interessiert: Als Sitzungsleitung (also Schülersprecher_in) habt Ihr das Recht, Leute für den Rest der Sitzung auszuschließen, wenn sie wiederholt stören. Verabredet vorher eine Tagesordnung und ladet damit zur Sitzung ein, dann können sich alle gut auf die Sitzung vorbereiten. Auf der Tagesordnung stehen die Themen, die Ihr besprechen oder beschließen wollt. Fügt den Punkt Sonstiges ein, unter diesem können aktuelle Dinge besprochen werden. Gut ist es, wenn es nach jedem Treffen ein kurzes Protokoll gibt, in dem vor allem steht, was beschlossen wurde und z. B. auch im Nachhinein noch gut nachvollziehbar ist, wer welche Aufgaben übernommen hat. Wie bereitet man eine Sitzung vor?
Der SV-Vorstand sollte spätestens eine Woche vor der Sitzung die Einladungen gemeinsam erstellen und verteilen, damit sowohl die Schüler_innen als auch die Lehrkräfte einen eventuellen Unterrichtsausfall einplanen können. Es hat sich zudem als sinnvoll erwiesen, direkt eine grobe Tagesordnung mit den Dingen, die Ihr besprechen wollt, zu veröffentlichen, da die Teilnehmenden sich so auf die Sitzung vorbereiten können. Damit es kein Chaos gibt und Ihr viel erreicht, sind grundsätzlich vor und während einer Sitzung folgende Punkte zu klären: Rahmenbedingungen für Sitzungen? Termin (mit der Schulleitung absprechen, Einladungsfristen beachten!) (  Die SV ist online. Kommunikation in der SV)
Teilnehmende (Anzahl, Alter, kennen sich die Teilnehmenden?)
Raum (Groß genug?; Wer baut auf/ab?; Wann können wir rein / müssen wir draußen sein?)
Zeit (Wie viel Zeit ist für die Sitzung eingeplant?)
Moderationsmaterial (Tafeln, OHP, Papier, Stifte ...)
Gäste (Expert_innen etc. die zum Sachverhalt etwas beitragen können)
Protokollführung (wer schreibt Protokoll?)
Moderation (Wer moderiert?: immer dieselbe Person oder rotierend) Welches Ziel hat die Sitzung?
Das Ziel sollte spätestens am Anfang der Sitzung gemeinsam geklärt werden (für Änderungen offen sein!). Ein gemeinsames Ziel kann eine große Motivation für alle Teilnehmenden darstellen und anhand eines Zieles könnt Ihr am Ende der Sitzung leichter beurteilen, ob Eure Sitzung erfolgreich war. Beispiele: „Am Ende dieser Sitzung haben sich Arbeitsgruppen gebildet, die ein Konzept für ihr weiteres Vorgehen zu einem bestimmten Thema erarbeitet haben.“
„Am Ende dieser Sitzung sind unsere Projekttage fertig vorbereitet – wir müssen uns dazu nicht noch einmal treffen.“ Methode: ZIM-Papier – Plan, um ein Seminar besser zu strukturieren. Das ZIM-Papier ordnet einem „Z“iel einen „I“nhalt zu, der mit einer bestimmten „M“ethode vermittelt werden soll. Es dient als Planungsgrundlage für Deine Moderation. Ausgehend von einer Zieldefinition entwickelst Du Fragestellungen, die dem ganzen Seminar einen inhaltlichen „roten Faden“ geben. Durch die tabellarische Form ist alles übersichtlich und transparent, außerdem strukturiert und zielgerichtet. In die Spalten Ziele, Inhalte, Methoden listest Du den Ablauf des Seminars. Bsp.: „Ziel: Die TN kennen sich gut; Inhalt: Kennenlernspiel; Methode: -> Alle, die ...“ Sinnvolle Ergänzungen können sein: Zeit (sollte eigentlich immer dabei sein), Material, Arbeitsanweisungen für die Moderation, Verantwortlichkeiten: „Wer macht es?“ Methode: Erwartungsabfrage – Erster inhaltlicher Einstieg, der auf die persönlichen Bedürfnisse und Ängste der Teilnehmenden eingeht. Die Erwartungsabfrage ist keine klassische Kennenlernmethode, sondern hat das Ziel, eine gemeinsame Grundlage für alle Seminarteilnehmenden zu schaffen, und kann eine geeignete Methode sein, um erste Ideen zu sammeln. Dafür schreibt jede Person ihre Erwartungen auf Mod.-Karten. Die Ergebnisse werden anschließend im Plenum diskutiert und strukturiert. Zudem können mit der E. Gruppenregeln und Vereinbarungen zur Zusammenarbeit abgefragt werden. So kann sich die Moderation gezielt auf die Erwartungen der Teilnehmenden einstellen und Missverständnisse zu Inhalten und Methoden aufklären. Wer übernimmt während der Sitzung welche Aufgabe? Bei jeder Sitzung gibt es klassische Aufgaben: Moderator_in
Protokollführer_in
Wahlleiter_in Es ist gut, sich schon vor der Sitzung Gedanken machen, wer diese Aufgaben übernehmen soll; der_die Wahlleiter_in muss allerdings von den Teilnehmenden der Sitzung gewählt/bestätigt werden. Generell gilt: Niemand sollte mehr als eine dieser Aufgaben auf der Sitzung zu erledigen haben! Wie wird die Sitzung Spaß machen?
Dieser letzte Schritt ist eine Probe für alle vorherigen Schritte. Geht Euer Konzept noch mal unter der Perspektive der Teilnehmenden durch und entscheidet, ob Ihr Euch in deren Position wohlfühlen würdet. Eine nützliche Fragestellung ist zum Beispiel: „Wenn ich auf die Sitzung komme, was sehe/höre/fühle/schmecke/mache ich?“ Wir haben uns in unseren Sitzungen nach dieser Fragestellung zum Beispiel entschieden … Obst und Kekse sowie Getränke auf jeder Sitzung zu haben.
vor Beginn der Sitzung Musik zu spielen.
genügend Pausenzeiten einzuplanen und bei der Vorstellung des Tagesablaufs bekannt zu geben. Methode: Kopfstand – Methode, um ein kompliziertes Thema für Dich selbst oder in der Gruppe zu erarbeiten. Beim Kopfstand geht es darum, das Gegenteil von dem zu sammeln, was Du am Ende wissen möchtest. Wenn Du Dich z. B. fragst, was Du tun musst, damit Dein Projekt gelingt, fängst Du anders herum an: Du sammelst, was passieren muss, damit es so richtig in die Hose geht (z. B.: „Alle sind die ganze Zeit unfreundlich zueinander“). Wenn Du alles gesammelt hast, machst Du den „Kopfstand“ – Was muss passieren, damit all das nicht eintritt? (z. B.: „Wir versuchen, immer freundlich zu bleiben.“) Die Methode eignet sich sehr gut für Gruppen, die noch nicht einschätzen können, was zum Gelingen ihres Projektes notwendig ist. Außerdem wirkt sie auflockernd und bringt kreative Ergebnisse hervor. Kleines 1x1 der Sitzungsmoderation
Arbeitet man in einer Gruppe zusammen, dann ist es sinnvoll, wenn eine Person die Moderation übernimmt. Konkret heißt das, der_die Moderator_in führt durch die Sitzung anhand der Tagesordnung, bestimmt, wann wer spricht, und sorgt dafür, dass möglichst alle Teilnehmenden beteiligt werden. Dazu kann sich der_die Moderator_in unterschiedlicher Methoden bedienen, z. B. Kartenabfrage oder Kleingruppendiskussionen. Grundsätzlich sollte die Moderation immer in den Händen der SV liegen und nicht von einer Lehrkraft übernommen werden, denn es ist Eure Sitzung. Wie moderiere ich eine Sitzung? Die Tagesordnung gibt es Fahrplan vor.
Bediene Dich immer der Frageform.
Kennzeichne eigene inhaltliche Beiträge/eigene Meinungen ausdrücklich als solche. (z. B.: „Ich spreche jetzt nicht als Moderator_in, sondern als Schüler_in …“)
Ich werde vom SV-Team unterstützt.
Sollten sich viele gleichzeitig melden, dann führe eine Rednerliste, auf der notiert wird, in welcher Reihenfolge sich die Schüler_innen zu Wort gemeldet haben, und arbeite die einfach ab. Ablauf und Phasen einer Moderation
Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, mit der „Moderationsmethode“ Sitzungen ergebnisorientiert und spannend zu machen. 1. Einsteigen
Diese Phase erstreckt sich von der Begrüßung über den ersten Eindruck der Teilnehmenden bis hin zum Kennenlernen. Hierzu könnt Ihr Dinge wie Begrüßungsplakate, Teilnahmelisten und Kennenlernspiele einsetzen.
Ausführliche Beispiele findet Ihr auf der Internetseite oder im Methodenquartett des SV-Bildungswerks. 2. Vorstellung der Tagesordnung und ggf. Abändern 3. Abarbeiten der Tagesordnungspunkte und ggf. Abstimmung 4. Ergebnisse sichern Ein Protokoll sollte zumindest die Ergebnisse beinhalten, dann ist es ein Ergebnisprotokoll. Ein Fotoprotokoll beinhaltet die abfotografierten Plakate etc. und besonders ausführlich ist das Wortprotokoll, das wirklich jedes Wort der Sitzung festhält. 5. Abschließen (  Feedback und Anerkennungskultur in die SV und die Schule bringen)
Zur Verbesserung Eurer Sitzungen ist Feedback wichtig. Stellt fest, ob Ihr Euer Sitzungsziel erreicht habt und ob sich alle wohlgefühlt haben. Nehmt das Feedback der Teilnehmenden ernst, haltet es schriftlich fest und berücksichtigt es bei der nächsten Sitzung! Bevor alles auseinanderströmt: Vereinbart noch mit allen den nächsten Sitzungstermin und Ausweichmöglichkeiten. Lasst Euch das Schlusswort nicht nehmen! Bedankt Euch bei allen Teilnehmenden und ladet sie gleich zur nächsten Sitzung ein. Wie bereite ich Sitzungen nach?
Eine intensive Nachbereitung jeder Sitzung ist unbedingt notwendig, damit die Teilnehmenden ihre Arbeit machen können. In jedem Fall sollte sehr schnell nach der Sitzung, am besten am Tag danach, das Protokoll allen SVler_innen und etwas später auch allen Schüler_innen zur Verfügung stehen. Um alle mit einzubeziehen, könnt Ihr die Protokolle im SV-Kasten aufhängen, an die Klassensprecher_innen verteilen und auf Eurer Facebookseite hochladen. (  Sehen und gesehen werden. Öffentlichkeitsarbeit der SV) Eine gute Diskussionskultur einführen In der SV-Arbeit gibt es immer viel zu diskutieren.
Eine gute Diskussion ist kein Monolog von vielen Einzelpersonen, sondern ein freundliches Miteinander (  Fair) Verhandeln), ein Dialog in vielerlei Hinsicht: Denn er kann: Demokratie zeigen Initiative fördern Austausch ermöglichen Leben bringen Orientierung geben Gemeinschaft schaffen Das sollten alle: Denken und mitdenken
Ideen und Anregungen einbringen Atmosphäre durch
Lachen lockern
Offen für andere Meinungen sein Gestaltungsraum für alle geben Manche Diskussionen sind leider schnell nervig: Da hört keiner den Anderen zu, oder irgendwie reden alle aneinander vorbei, oder irgendwie bringt uns die ganze Diskussion kein Stück weiter. Methode: Kugellager – Zweierdiskussion mit wechselnden Partner_innen. Die Teilnehmer_innen sitzen sich in einem inneren und einem äußeren Stuhlkreis gegenüber. Sie diskutieren in einer vorgegebenen Zeit (30 s bis 2 min) zu zweit zu vorbereiteten Fragestellungen. Nach jeder Frage dreht sich einer der Kreise. Bei dieser Methode kommt es sehr auf die Fragestellung an. Es ist wichtig, offene Fragen zu stellen, außerdem sollte eine Struktur hinter den Fragen stehen, also z. B. vom Spezifischen zum Allgemeinen. Fragen und Zeit zur Beantwortung müssen aufeinander abgestimmt werden. Eine Visualisierung der Fragen ist hilfreich.
Bei dieser Methode können sehr intensive Gespräche entstehen, Denkanstöße gesetzt werden und die TN lernen sich untereinander weiter kennen. Wie kann eine gute Diskussion aussehen? Zuhören
Andere ausreden lassen
Echtes Interesse an den Redebeiträgen Anderer zeigen - Anknüpfen am Gehörten – dazu eventuell Notizen machen - Respekt bewahren - Überzeugen - Anliegen klar rüberbringen, aufs Wesentliche konzentrieren - feste Stimme - natürliche Gesten (nichts einstudieren!) - Augenkontakt, direkte Ansprache - bildhafte Sprache, Beispiele - langsam und deutlich sprechen - Ich-Sätze verwenden
Konfliktfähig argumentieren - abweichende Meinung klar aussprechen - Widersprüche aufzeigen - ergebnisorientiert verhandeln - gemeinsamen Nenner suchen - andere Haltungen für sich überprüfen und ggf. eigene Position ändern Gesamtsicht wahren Ziel des Gesprächs im Auge behalten Verfahrensvorschläge machen (z. B. vertagen ...) gestörte Kommunikation direkt ansprechen Der Nächste bitte: Nachhaltigkeit und Wissensmanagement Wissen weitergeben
Wenn Ihr zu den Aktiven an Eurer Schule gehört, erwerbt Ihr mit der Zeit eine Menge Wissen: Ihr kennt Eure Rechte, wisst, wen man wofür ansprechen muss, wann über welche Streitfragen abgestimmt wurde, wo der Schlüssel für den Briefkasten ist und wie das Passwort für die Internetseite oder Eure E-Mailadresse lautet. Schreibt das alles auf, am besten in einem SV-Ordner im SV-Raum (in dem Ihr auch die Protokolle der Sitzungen sammelt). Sonst müssen die Jüngeren, die nach Euch kommen, von vorne anfangen. Es gibt auch eine Idee, wie Ihr unerfahrenen Klassensprecher_innen aus den unteren Klassen helfen könnt: Patenschaften. So können z. B. immer die Klassensprecher_innen der 10. Klassen denen aus den 7. Klassen erklären, wie das mit der GSV so läuft und welche Rechte und Aufgaben sie haben. Die Schüler_innenvertretung an der Schule wird jedes Jahr neu zusammengesetzt. Zwar bleiben die meisten Engagierten länger als ein Jahr dabei, aber wenn sie dann die Schule verlassen, geht auch meistens das Wissen um Projekte und Arbeitsweisen verloren. Deswegen soll im Folgenden kurz gezeigt werden, welche Möglichkeiten es gibt, das Wissen, welches sich mit der Zeit ansammelt, an künftige Generationen in der SV weiterzugeben. Legt Euch dazu am besten einen Ordner an, in dem Ihr Projekte dokumentiert, Sitzungsprotokolle ablegt und andere Dokumente sichert. So können die Nächsten auf Erfahrungsberichte zurückgreifen. Leitfäden schreiben
Für typische Arbeitsabläufe, wie z. B. eine SV-Sitzung, kann es sehr hilfreich sein, einen Leitfaden zu schreiben. Das ist quasi eine Checkliste, auf der alle zu erledigenden Aufgaben in der passenden Reihenfolge aufgeführt sind. Die Aufgaben müssen dabei so konkret formuliert sein, dass jemand der das noch nie gemacht hat, sofort weiß, was zu tun ist. Auf dem Leitfaden sollten alle Aufgaben von der Vorbereitung, über die Durchführung bis hin zur Nachbereitung aufgelistet werden.
Das ist oft hilfreich, um Aufgaben an andere weiterzugeben und diese in typische Arbeitsabläufe einzuarbeiten. Dokumentieren und protokollieren
Jede Sitzung, die Ihr abhaltet, und jedes Projekt, das Ihr durchführt, muss ordentlich protokolliert werden. Das ist der wichtigste Punkt, wenn man Projekte vor- und nachbereitet.
Die Dokumentationen und Protokolle müssen dabei so geschrieben sein, dass jemand der_die nicht beteiligt war, nachvollziehen kann, welche Prozesse wie abgelaufen sind und welche Entscheidungen, wann wo und wie getroffen wurden.
Bei Projekten ist es umso wichtiger, nicht nur das durchgeführte Projekt (z. B. durch Bilder) zu dokumentieren, sondern den Planungsprozess und die Vorbereitung ganz genau zu beschreiben sowie eine gemeinsame Feedbackrunde zu absolvieren, in der Verbesserungsvorschläge gesammelt und festgehalten werden.
Das hilft nachfolgenden Generationen in der SV, künftige Projekte einfacher durchzuführen und auf Verbesserungsvorschläge von den vorherigen Projekten einzugehen. Patenschaft – neue Mitglieder mit SV-Arbeit vertraut machen
Unglaublich hilfreich ist es auch, wenn die „alten Hasen“ in der SV neue Mitglieder einweisen und sie quasi an die Hand nehmen. Das kann z. B. durch Patenschaften geschehen. Alte Mitglieder übernehmen die Verantwortung dafür, dass neue Mitglieder Aufgaben übernehmen können und Verantwortung bekommen. Gleichzeitig dienen sie als Ansprechpartner für Fragen. Um eine gute Vernetzung und SV-Arbeit über mehr als ein Schuljahr zu gewährleisten, ist es gut, wenn Ihr schon von vorneherein darauf achtet, dass eine gute Durchmischung von möglichst vielen Jahrgangsstufen in Eurem SV-Team besteht. Einfluss darauf könnt Ihr zum Beispiel bereits bei den Wahlen zur SV am Anfang des Schuljahres oder durch eine offene SV-Struktur nehmen. (  Schülersprecher_in wählen und SV-Vorstand bilden) (  So long. So long. Beispielablauf eines SV-Jahres) Andere zur Mitarbeit motivieren Clevere SVler haben diese Aufgabe in der „3M-Frage“ zusammengefasst: Wie können wir unsere Mitschüler_innen zur Mitarbeit motivieren?
Dazu müsst Ihr wissen, dass man nur an etwas teilnimmt, wozu man einen Antrieb hat. Solche Motoren können Spaß an der Team-Arbeit, Freude am Engagement für andere (  Feedback und Anerkennungskultur in die SV und die Schule bringen), Stolz über Erfolge, manchmal ein bisschen Eitelkeit, was die öffentliche Anerkennung angeht, oder einfach Neugierde auf neue Herausforderungen sein. Richtig gut seid Ihr, wenn Ihr alle fünf Motoren erfüllt. Also los geht’s. Öffentlich präsent sein – Mitmachen kann man nur, wenn man weiß, bei wem. (  Sehen und gesehen werden. Öffentlichkeitsarbeit der SV)
Transparent arbeiten (zum Beispiel mit einer Vollversammlung).
Persönliche Verhältnisse aufbauen. - Leute persönlich einladen – „Ihr seid wichtig, Ihr werdet gebraucht.“ - Gemeinsam Freizeit verbringen – SVler sind schließlich keine „Arbeitstiere“. - Auch mal feiern (Picknick, Bar-Besuche, Schulfeten). - Engagierte Schüler früh einbeziehen (auch für die Nachwuchsarbeit wichtig) – dafür dürft Ihr Euch nicht verschließen, alle dürfen überall mitarbeiten: auch Leute, die nicht im SV-Vorstand sind!
Und so erreicht Ihr die Massen: Sucht Euch Projekte aus, die machbar sind. – Nichts ist schlimmer als - das ständige Gefühl „Das schaffen wir nie!“. - Zukunftswerkstatt: Wie sieht es jetzt bei uns aus? Wovon träumen wir? Wie können wir das schrittweise erreichen? - Schnupperseminare/-workshops organisieren SV-Patenschaften zwischen neuen Aktiven und alten Hasen. - Verbindet Spaß mit Nützlichem: Eine Tapezieraktion mit Essen und DJs wird schnell zur Tapezierparty. · Und damit das keine Eintagsfliege bleibt: Höhepunkte schaffen. · Erfolge aufzeigen und darüber berichten. · Dankt allen Helfern öffentlich (z. B. mit einer Projektwandzeitung, in der Schülerzeitung, mit einer Dankesveranstaltung, einer gemeinsamen Party).
Feedback und Anerkennungskultur in die SV und die Schule bringen Um gemeinsam als SV zu wachsen, ist eine ausgeprägte Feedbackkultur hilfreich. Das heißt, dass regelmäßig innerhalb von Projekt-/Themengruppen und auch während SV-Sitzungen Raum für die Rückmeldungen persönlicher Wahrnehmungen gegeben wird. (  Die nächste Sitzung kommt bestimmt! Sitzungen vorbereiten, durchführen und moderieren) Diese Rückmeldungen können nicht nur auf den Verlauf und die Umsetzung Eurer Projekte, sondern auch auf die gemeinsamen Arbeitsweisen und den Umgang innerhalb der SV abzielen. Feedback ist dabei ein Geschenk, das Ihr Euch gegenseitig machen könnt, um gemeinsam besser zu werden. Zum gegenseitigen Feedback geben gibt es viele Gelegenheiten: Sitzungen/Treffen
Ende des Schuljahres
Nach jedem Projekt
…
Es gibt ganz unterschiedliche Feedbackmethoden, von denen Ihr einige im Kasten findet. Fünf-Finger-Feedback
Dartscheibe
Warmer Rücken Methode: Fünf-Finger-Feedback – Schnelle Feedback-Methode. Mithilfe der eigenen Hand werden folgende Fragen mit je einem Satz beantwortet:
Daumen – „Das fand ich heute super:“
Zeigefinger – „Darauf möchte ich hinweisen:“
Mittelfinger – „Das hat mir heute gestunken/fand ich blöd:“
Ringfinger – „Das nehme ich heute mit:“
Kleiner Finger – „Das ist mir heute zu kurz gekommen“ Methode: Dartscheibe – Feedbackmethode, die sehr schnell geht, aber eher oberflächlich bleibt und nur wenige Aspekte berücksichtigt. Auf einem Plakat ist eine Dartscheibe abgebildet, die in bspw. vier Bereiche unterteilt ist. Diese haben jeweils einen Titel, der außerhalb der Dartscheibe steht (z. B. „Räumlichkeiten“, „Inhalte“, „Methoden“, „Zeiteinteilung“). In die Dartscheibe kleben die Teilnehmenden Klebepunkte: Je näher der Punkt zur Mitte geklebt wird, desto besser wird der einzelne Aspekt bewertet, je weiter außen, desto schlechter. Die Methode eignet sich auch für komplexe Meinungsbilder (wenn z. B. vier unterschiedliche Räumlichkeiten zur Verfügung stehen ist diese Methode differenzierter als eine einfache Abstimmung). Methode: Warmer Rücken – Feedback, Annerkennungsmethode, die viel Zeit in Anspruch nimmt und eine vertrauensvolle Gruppe voraussetzt. Besonders geeignet nach langen/ganztägigen/mehrtägigen Veranstaltungen. Jede_r TN bekommt einen oder mehrere Zettel auf den Rücken geklebt. Nach dem Startsignal gehen die TN durch den Raum und schreiben ganz anonym jeder Person etwas Nettes auf den Rücken. Ein Satz, der hängengeblieben ist, etwas, das man sich auf den Weg geben will oder was man an dem Menschen besonders schätzt. Wenn auf JEDEM Blatt genügend Positives steht, darf der Zettel abgenommen werden. Aber Halt! Der Zettel darf erst Zuhause gelesen werden, also ab in die Hosentasche! Damit alle etwas von diesem Feedback haben und niemand mit einem schlechten Gefühl nach Hause geht, ist es wichtig, bestimmte Regeln einzuhalten, die sich bewährt haben: Das Feedback sollte vom Empfänger erwünscht sein.
Das Feedback beschränkt sich auf tatsächlich Erlebtes und beschreibt eigenes Empfinden in der Situation. Nicht interpretieren oder bewerten!
ICH-Botschaft!/ DU-Botschaften vermeiden: „ICH habe mich unwohl gefühlt.“ statt „DU hast dafür gesorgt, dass ich mich unwohl gefühlt habe.“ Keine Verallgemeinerungen: „DU bist IMMER so laut!“
Die Überleitung zur Kritik erfolgt mit UND! – ABER zerstört jedes Feedback!
Hilf mit Deinem Feedback und gib konkrete Hilfestellungen/Vorschläge: „Für mich war die Sitzung heute etwas gestresst, vielleicht könnten wir nächstes Mal etwas früher anfangen.“ Am besten wirkt Feedback, wenn man es sich zeitnah gibt. Verschwiegenes Feedback stellt verpasste Lernchancen dar! Einfacher Ablauf: 1. Positiv
2. Tipp/Verbesserungswunsch/Veränderungsvorschläge fürs nächste Mal LOBEN! – Anerkennungskultur Viele machen ihre Aufgaben gut, aber darüber zu sprechen, ist verpönt. Lobt Euch gegenseitig, auch öffentlich, bei jeder Gelegenheit! Nichts motiviert mehr als ein positives Wort über das Geleistete! (  Andere zur Mitarbeit motivieren)v
3.3. Die SV ist online. Kommunikation in der SV Viele nutzen Twitter, Facebook, Messenger und andere Tools für die private Kommunikation. Diese Wege könnt Ihr auch für Eure SV-Arbeit nutzen. Dabei gilt allgemein: Macht nichts im Internet, was Ihr im Alltag auch nicht machen würdet. Das bedeutet: dass Ihr keine Unwahrheiten schreiben solltet,
dass Ihr keine Menschen verleumdet oder beleidigt. Mailadresse für die Registrierung von verschiedenen Online-Tools
Für die Registrierung bei den verschiedenen Onlinediensten, die wir unten aufgeführt haben, ist es nicht immer ratsam, seine persönliche Mailadresse zu verwenden. Dafür eignen sich auch Wegwerfadressen. Diese gibt es z. B. bei:
www.trashmail.de Solltest Du einmal das Passwort für einen Onlinedienst vergessen haben, solltest Du wissen, mit welcher Adresse Du Dich angemeldet hast. Sonst ist eine erneute Zusendung des Passwortes leider nicht mehr möglich. WhatsApp, Threema und Co. Schwierigkeitsgrad: Eine Chatgruppe in diesen sogenannten „Messengern“ ist die leichteste Variante, untereinander zu kommunizieren. Vorteil: Es eignet sich dafür z. B. schnell und kurzfristig ein Treffen auszumachen, zu fragen, wo wer ist, oder aber auch, um sich abzumelden. Nachteil: Je mehr Leute in Eurer Gruppe sind, desto unübersichtlicher wird es. Auch wird in diesen Gruppen oft über nebensächliche Dinge, lustige Bilder und dergleichen gechattet. Grundsätzlich eignet es sich nicht für Diskussionen oder Bekanntmachungen. E-Mail-Verteiler Schwierigkeitsgrad: Einen E-Mail-Verteiler zu erstellen, dauert, wenn Ihr die Adressen habt, nicht so lange, ca. 10 Minuten. Wo Ihr einen solchen Verteiler einrichten könnt, das findet Ihr in dem Punkt Mailingliste. Vorteil: Mailinglisten eignen sich hervorragend, um Eure SV- oder Verbindungslehrer_innen in die interne Kommunikation mit einzubeziehen. Mit jungen Lehrer_innen klappt das zwar auch via WhatsApp und Facebook aber die allermeisten dieser Spezies vertrauen noch der guten alten E-Mail. Kleiner Tipp: Wenn Ihr mit mehreren Leuten zu einem Thema schreibt, verwendet [Thema] im Betreff. So behaltet Ihr gekonnt den Überblick über Euren Schriftverkehr. Nachteil: Viele Schüler_innen sind tagtäglich in den sozialen Netzwerken und Messengern unterwegs und daher jederzeit erreichbar. Ihre E-Mails allerdings lesen leider viel zu wenige regelmäßig. Gerade, wenn Ihr allerdings in überschulischen Gremien oder Netzwerken aktiv seid, werdet Ihr allerdings nicht darum herumkommen, öfter Eure E-Mails zu checken. Allgemein gilt jedoch: Nichts ersetzt das persönliche Gespräch untereinander. Es vermeidet von vorneherein Missverständnisse, die in der internetbasierten Kommunikation schnell auftreten und zu unnötigem Streit führen können. (  Feedback und Anerkennungskultur in die SV und die Schule bringen) Bei einem Dienst im Internet richtet der_die Admin (Verwalter_in der Mailingliste) eine Mailingliste ein. Dazu werden die einzelnen E-Mail-Adressen der Gruppe der Mailingliste hinzugefügt. Alle Gruppenmitglieder erhalten die E-Mail-Adresse (wunschname@dienst.de) der neu eingerichteten Mailingliste. Wenn ein Mitglied der Gruppe jetzt eine Nachricht an die Mailinglisten-Adresse schickt, wird diese an alle Mitglieder der Gruppe verteilt.
Dafür ist’s gut: Kommunikation der SV untereinander. Gegenseitige Information über gemeinsame Projekte oder aktuelle Veranstaltungen. Facebookgruppen Schwierigkeitsgrad: Eine Facebookgruppe zu gründen, dauert maximal 2 Minuten und ist daher angenehm leicht zu bewerkstelligen. Vorteil: Der_Die Ersteller_in eines Beitrages gibt das Thema vor, um das es sich handelt, und das jede_r auf den ersten Blick sieht auch wenn schon 100 Kommentare dazu geschrieben wurden. Außerdem kann man sehen, wer alles bereits die Nachricht gelesen hat, sodass später niemand sagen kann: „Oh, das wusste ich nicht. Hab ich nicht mitbekommen.“ Es eignet sich daher sehr gut für interne Bekanntmachungen, Diskussionen und Absprachen aber auch für Umfragen mit dem Umfrage-Tool. Nachteil: Ihr erreicht natürlich nur die, die auch in den sozialen Netzwerken einen Account haben. Sollte das nicht bei allen von Euch der Fall sein, denkt auch an die anderen und schafft Alternativmöglichkeiten, statt sie auszugrenzen oder dadurch in Facebook & Co. zu zwingen. Padlet
Texte, Bilder und Verlinkungen zu anderen Seiten können schnell auf einer Seite zusammengetragen werden. Verschiedene Einstellungen machen es möglich, die Seiten entweder ganz öffentlich oder nur bestimmten Menschen zur Verfügung zu stellen. Auch Veränderungen können von mehreren gemacht werden oder nur für die Person möglich sein, die das Padlet angelegt hat.
Dafür ist’s gut: Information, Veröffentlichung von Ergebnissen, Vorschlägen, Brainstorming etc.
Hier können Padlets angelegt werden: de.padlet.com „Ich kann an dem Tag nicht!“ – Terminfindung
Oft ist es so, dass viel zu lange unnötig und aufwendig nach einem Termin gesucht wird, an dem alle können. Die Diskussion darum raubt Euch oft viel Zeit und Nerven, die Eurer eigentlichen SV-Arbeit verloren gehen. Um geeignete Termine zu finden, an denen die meisten von Euch Zeit haben, gibt es Programme, bei dem jede_r bei einer bestimmten Auswahl an Terminen eintragen kann, wann er bzw. sie kann und wann nicht. Eins von diesen kostenlosen Programmen ist „doodle“ (doodle.com/de). (  Die nächste Sitzung kommt bestimmt! Sitzungen vorbereiten, durchführen und moderieren)
3.4. Sehen und gesehen werden. Öffentlichkeitsarbeit der SV Was ist bei der Öffentlichkeitsarbeit zu beachten? „SV? Noch nie von gehört.“ – Wenn von Öffentlichkeitsarbeit gesprochen wird, denken viele zuerst an Werbung, wie z. B. Flyer, Poster oder eine Homepage. Das ist sicherlich richtig. Aber kein toll gestaltetes Plakat kann die direkte Ansprache von Mitschüler_innen, Eltern, Lehrenden und anderen Menschen, mit denen wir in der Schule zu tun haben, ersetzen. Eine gelungene Aktion ist die beste Öffentlichkeitsarbeit überhaupt. So heißt es in einem bekannten Satz: „Tue Gutes und rede darüber.“ (  Andere zur Mitarbeit motivieren) Öffentlichkeitsarbeit ist jede Form der Außenwirkung. Ob Plakat, Flyer, aber auch persönliche Ansprache, Aktionen u. a., alles, was mit Euch in Verbindung gebracht wird, hat eine Wirkung auf andere Menschen. „Ich habe gelernt, dass Menschen vergessen, was man gesagt hat, dass Menschen vergessen, was man getan hat, aber dass Menschen niemals vergessen, welche Gefühle man in ihnen hervorgerufen hat.“ Maya Angelou Eine gute Öffentlichkeitsarbeit muss gut geplant und organisiert sein. Außerdem solltet Ihr genau klären, wer mit der Presse oder anderen Menschen im Sinne der SV spricht. Das sollte möglichst nur eine Person sein, denn: „Zu viele Köche verderben den Brei.“ Und damit diese Person weiß, was sie zu sagen hat, empfehlen sich regelmäßige SV-Vorstandstreffen bzw. AG-Treffen. Ideen für Öffentlichkeitsarbeit eigene Artikel für die Schulzeitung, fürs Internet oder die lokalen Medien schreiben
Internet: eigene Homepage und Veröffentlichung auf anderen
Flyer verteilen
regelmäßig Infoblätter herausgeben
Buschfunk aktivieren – Mundpropaganda ist und bleibt die persönlichste und nachhaltigste Art der Werbung!
öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen durchführen
Wohltätigkeitsveranstaltungen (Kuchenverkauf, Spendenlauf ...)
Tag der offenen Tür
Presse auf Eure Veranstaltungen einladen
gesellschaftliches Geschehen an die Schule holen (aktuelle Themen, z. B. Wahlen, lokale Berühmtheiten, Ehemalige, Bürgermeister_in, Initiativen …)
entwerft Euer eigenes SV-Logo: Als Wettbewerb ausgelegt, habt Ihr nicht nur die größere Auswahl, Ihr seid danach auch sicher bekannter unter der Schüler_innenschaft und gewinnt noch neue Leute dazu
Ihr könnt auch ein SV-Kunstwerk gestalten: Einfach grobe Umrisse Eures Bildes per Diaprojektor an eine weiße Wand oder auf darauf befestigtes Papier werfen, Farbe zur Verfügung stellen und schon hat Eure Schule ihr erstes eigenes Gemälde
ein Preisausschreiben um das beste Öffentlichkeitsarbeitskonzept. Die Preise könnten durch Läden in der Umgebung gesponsert werden. Und die Gewinner sind dann auch gleich die perfekten Leute für Eure SV-Öffentlichkeitsarbeit! (  Ohne Moos nix los. Finanzierung von SV-Arbeit) Ein persönliches Gespräch ist oftmals einfacher und schneller, als Mails zu schreiben. Bei Fragen kann sofort auf Unklarheiten eingegangen werden, Mimik und Gestik können im Gegensatz zur Onlinekommunikation auf die Gefühle der anderen Person schließen lassen und somit Missverständnisse verhindern. Ansprechbarkeit erhöhen
In der SV-Arbeit ist es wichtig, ansprechbar zu sein. Neben der Kontaktaufnahme durch z. B. E-Mails sollten andere Schüler_innen die Möglichkeit haben, Euch zu festen Zeiten anzutreffen oder Euch Unterlagen etc. zukommen zu lassen. Eine gute Idee ist es, einen Briefkasten aufzuhängen, damit man Euch – auch anonym – schreiben kann. Vielleicht ist es sogar möglich, eine feste Sprechstunde einzurichten, z. B. immer Montag in der 7. Stunde. Das bringt natürlich nur dann was, wenn die Schüler_innen das auch mitbekommen und zuverlässig jemand von Euch da ist. Dann kann so ein Treffpunkt auch dafür gut sein, um sich zum Planen von Aktionen zu treffen.
Damit Ihr gut zu erkennen und zu erreichen seid, helfen euch: ein „Schwarzes Brett“ für Mitteilungen
ein fester Platz auf der Schul-Homepage und in der Schülerzeitung
ein eigener Briefkopf
ein bekannter und gut erreichbarer Briefkasten (z. B. vor dem SV-Raum)
feste Zeiten, Sprechstunden etc., in denen Ihr gut zu erreichen seid Web 2.0. Öffentlichkeitsarbeit online Eine Mailadresse für die SV
Für die Kommunikation per Mail ist es von Vorteil, wenn eine Adresse verwendet wird, die seriös ist, wie z. B. „Vorname.Name@Anbieter.de“. Nicht so gelungen sind „Hasi@“, „Mausi@“ etc. Die können privat ja lustig sein, aber die Mailadresse ist auch eine „Visitenkarte“ nach außen.
Wie wäre es darüber hinaus, wenn Ihr Euch eine eigene E-Mail-Adresse für Eure SV erstellt?
Es gibt verschiedene Anbieter, wie beispielsweise google.de, t-online.de und viele weitere. Dort gibt es die Möglichkeit eigene Sende- und Empfangsadressen einzurichten. Grundsätzlich gilt: Seriös und gut klingen Namen wie „sv@schulname.de“.
Viele Schulen haben bereits eigene E-Mail-Adressen für die Schulleitung, die Lehrer_innen usw. Sollte dies an Eurer Schule auch der Fall sein, fragt im Sekretariat, wer für die Schulmailadressen zuständig ist, und sprecht diese Person, meistens ein_e Lehrer_in, an, ob sie Euch eine E-Mail-Adresse für die SV einrichten kann.
Gebt allerdings darauf acht, dass nur Ihr Zugriff auf diesen E-Mail-Account habt und dass das Passwort dafür in Euren Reihen bleibt!
Ein schöner Nebeneffekt ist, dass Ihr diesen E-Mail-Account an die nächste SV weitergeben könnt. So können die später nachlesen, was Ihr wann mit wem schon erarbeitet und geschrieben habt. Außerdem habt Ihr vielleicht ja schon fleißig E-Mail-Adressen der lokalen Medien, usw. gesammelt, die die kommenden SVen wieder nutzen können, sodass sie nicht bei null anfangen müssen. Am besten dafür ist, den Account als IMAP einzurichten, aber eine Kopie auf dem Server zu belassen. Dann bleibt der Account synchron, wenn mehrere Leute damit arbeiten, und zur Sicherheit gibt es ein Backup auf dem Mailserver. Homepage für die SV
Eine Homepage zu gestalten, ist gar kein Problem, auch wenn Ihr nicht die totalen Computerfreaks seid. Hier eine kurze Anleitung, wie’s geht:
Für den ersten Auftritt muss es nicht unbedingt gleich die selbst gehostete Seite sein. Eine gute Möglichkeit ist es, Blogs anzulegen und so zu gestalten, dass sie wie eine klassische Homepage aufgebaut sind. Dazu geeignet ist z. B. www.de.wordpress.com. Wenn Ihr lieber eine Seite mit eigener Adresse haben möchtet, könnt Ihr die Seite auch, z. B. mit der Wordpress-Software auf dem eigenen Server betreiben.
Als Erstes benötigt Ihr Webspace, also Platz auf einem Internetserver, um Eure Daten abzulegen.
Bei der Initiative jugendnetz-berlin.de gibt es u. a. für Schulgremien kostenlosen Webspace und eine echte „.de“-Domain. So zahlt sich Euer Engagement wirklich aus. www.jugendnetz-berlin.de. Der nächste Schritt ist der langwierigste, aber auch der kreativste und spannendste: der Aufbau der Seite. Hier gibt es unzählige Seiten, die als Vorlage gelten könnten.
Bitte beachtet, dass das Urheberrecht gewahrt bleibt, sonst können teure Strafen drohen. Was ich im Netz darf und was nicht, kann z. B. bei www.klicksafe.de angeschaut werden. Darüber hinaus ist es wichtig, ein Impressum zu haben. Wenn dies fehlt, könnte es passieren, dass Ihr abgemahnt werdet. Ein einfacher Weg, ein Impressum zu erstellen, gibt es auf www.e-recht24.de/impressum-generator.html. Nichts ist langweiliger als alte Nachrichten. Eine gute Website ist daher ständig aktuell, bedarf also über die Erstellung hinaus regelmäßiger Pflege. Facebookseiten
Facebook wird privat oft für die Kommunikation verwendet. Neben der Verwendung von Gruppen gibt es auch die Möglichkeit, sog. Seiten anzulegen. Technisch unterscheiden sich Seiten kaum von der Pflege eines persönlichen Accounts. Mehr wird hier dazu nicht erwähnt, da die Nutzung von Facebook auf eigene Gefahr erfolgen soll. Das Unternehmen verdient Geld mit Euren Daten, es ist nicht klar, was damit passiert. Gerade innerhalb von Schulen sollte das Thema Datenschutz und -sicherheit eine Rolle spielen. Newsletter
Newsletter funktionieren genauso wie Mailinglisten, nur dass ausschließlich der Administrator Nachrichten über die Liste schicken kann. Alle Mitglieder sind nur Empfänger der Nachrichten. Dafür ist’s gut: Informieren von interessierten Schüler_innen, Eltern, Lehrer_innen und der Presse über Eure Arbeit.
Es gibt viele Anbieter, bei der Ihr eine Mailingliste oder einen Newsletter erstellen könnt. Dazu gehören z. B.: groups.google.com, so36.net, riseup.net, yahoogroups.de. An der Schule präsent sein. Öffentlichkeitsarbeit offline Schulzeitung / SV-Zeitung
Eine gute Möglichkeit der Öffentlichkeitsarbeit wäre z. B. auch eine Schulzeitung. So könnt Ihr über wichtige Themen berichten, Aufmerksamkeit erregen und vielleicht auch die Schulzeitung in den Lehrplan integrieren, um damit das ein oder andere Fach aufzulockern.
Die Regeln für eine gute Öffentlichkeitsarbeit gelten auch für die Schulzeitung. In dieser Broschüre alle besonderen Kniffe und Tricks zu beschreiben, würden den Rahmen sprengen. Darum schaut einfach mal auf www.schuelerzeitung.de/ und www.jugendpresse.de/. Da gibt es alles, was rund um das Thema Schulzeitungen wichtig ist. SV-Infotag Hier informiert Ihr als SVler_innen Schüler_innen, Eltern und Lehrer_innen über die Aktionen Eurer SV im letzten Schuljahr, den Ablauf der kommenden Wahlen und die Gestaltungsmöglichkeiten der SVler_innen. Wendet Euch vor allem auch an die jungen und neuen Schüler_innen, denn Ihr müsst für Nachfolger_innen sorgen! Präsentiert das Konzept am besten auch den Lehrer_innen an Eurer Schule, die Ihr so gleich einbeziehen könnt.
Aktionsformen: Wandzeitung mit Texten und Fotos von Aktionen im letzten Jahr Kurzer Vortrag für alle (jungen) Schüler_innen über Eure Schüler_innenvertretung
Infostand: Erfolge präsentieren und Kritik sammeln
Imagefilm oder ein kurzes Video über Eure SV Infoflyer Druckt einen Flyer oder macht für jede Klasse ein kleines Plakat, auf dem steht: Tipps für die Wahl der Klassensprecher_innen
was die Schüler_innenvertretung das letzte Jahr gemacht hat
wie man SVler_in wird und welche Möglichkeiten und Aufgaben man dadurch bekommt
Einladung zur Wahl des Schulsprechers bzw. der Schulsprecherin Hinweis: Wie können wir gute Flyer machen? Werbung, das A und O, wenn es um die Verbreitung von Informationen geht. Wenn Ihr die Absicht habt, Eure Mitschüler zu motivieren, auf eine wichtige Veranstaltung hinweist oder einfach sagen wollt, dass Ihr als SV für Eure Schüler immer da seid, gestaltet Werbung!
Bevor Ihr Euch jedoch absolut motiviert an die Gestaltung Eurer Werbefläche macht, hier ein paar wichtige Hinweise für eine interessante und sinnvolle Konzeption von Reklame: Die Informationen, die Ihr verbreitet, sollten: genau sein
rechtzeitig ankommen
Neugier wecken
Spannung erzeugen
mit den Ansprüchen der Veranstaltung übereinstimmen
so gestaltet sein, dass sie kleine Kunstwerke darstellen und keine Massenware Neben der Verbreitung der Informationen spielt die Gestaltung eine große Rolle. Denn für erfahrene Essensköche gilt: Das Auge isst mit. Und erfahrene Werbeköche wissen, dass dies auch in abgewandelter Weise auf den Konsum von Werbung zutrifft. Beim Erstellen der Reklame solltet Ihr deshalb auf vier Sachen Wert legen. 1. Ziele
Wenn Ihr inhaltlich noch nicht organisiert seid, macht Euch erst einmal klar, welche Zielgruppe Ihr ansprechen wollt und wie Ihr diese erreichen könnt (beispielsweise werden kleine Kinder oft durch bunte Farbgestaltung angesprochen). Als Nächstes solltet Ihr Euch Gedanken über das Ziel des Textes Eurer Werbung machen. Was will ich mit meiner Werbung erreichen bzw. wie sollen die Adressaten auf die Reklame reagieren? 2. Die Botschaft ansprechend rüberbringen
Leser persönlich ansprechen (Ihr könnt ... für Euch ...)
Das große Problem bei Flyern, Infomaterial etc., deren Informationen Ihr an Eure Mitschüler weitergeben wollt, besteht darin, dass die Texte zumeist nicht für Jugendliche geschrieben wurden, sondern für eine andere, größere Zielgruppe. Hier ein paar Tipps zur Darstellung größerer Botschaften:
• Allgemein gilt für die Formulierungen: Je einfacher, desto besser!
• Tabellen mit Zahlen durch aussagekräftige, übersichtliche Diagramme ersetzen!
• Fremdwörter möglichst umschreiben (auch wenn sie toll klingen ...)
• Leser_innen persönlich ansprechen (Ihr könnt ..., für Euch ...)
Wenn Ihr also wollt, dass Eure Botschaft wirklich richtig ankommt, müsst Ihr Euch zunächst darüber im Klaren sein, an wen diese Botschaft adressiert ist und darauf Eure Formulierungen und Gestaltungen ausrichten. Außerdem müsst Ihr natürlich auch konkret wissen, was Ihr überhaupt sagen und somit erreichen wollt. Meist ist die Absicht einer Botschaft ja nicht nur Information, sondern auch Motivation, damit Euch bei Euren Plänen und Projekten geholfen wird.
Texte müssen also für unterschiedliche Zielgruppen unterschiedlich aussehen. Zum Beispiel: Für Schüler_innen:
Ihr wisst ja selbst, wie grau, trist und kaputt unser Schulhof ist und wie dringend er saniert werden muss. Die Ursache liegt darin, dass der Senat das Geld für die Schulen gekürzt hat. Jetzt müssen wir die Sache selbst in die Hand nehmen. Beteiligt Euch an den folgenden Aktionen, wo Ihr könnt – es geht auch um Eure Pausen auf Eurem Schulhof! Für die Eltern:
Die bauliche Situation unseres Schulhofs ist katastrophal. Die Hälfte kann aufgrund des Verfalls nicht von uns Schülern genutzt werden. Abhilfe könnten finanzielle Zuschüsse des Senats und die Hilfe der Schüler bei der Schulhofverschönerung schaffen. Bitte unterstützen sie die Aktionen der Schüler, tragen sie sich in die Unterschriftenliste ein und sprechen sie mit Politiker_innen, die sie kennen. Es geht um die Bedingungen, unter denen auch ihr Kind die Zeit in der Schule verbringen muss! Für die Lehrenden:
Wenn die Schüler während der Pausen nur wenig Möglichkeiten haben, sich auszutoben oder zu entspannen, sind sie während ihres Unterrichts unaufmerksam und können nur unkonzentriert mitarbeiten. Durch die katastrophalen baulichen Zustände und die Tristesse auf dem Schulhof passiert genau das. Bitte unterstützen sie also die Schüler bei ihren Aktionen für die Schulhofverschönerung und sprechen sie mir Kollegen, Freunden und Bekannten über die Situation an unserer Schule, damit sie für unser Anliegen Verständnis haben. Für Politiker_innen:
Bildung ist die wichtigste Ressource in unserem Land. Wer an der Bildung spart, spart an der Zukunft! Zur Schulbildung gehört auch eine angemessene Lernsituation und in den Pausen auch die Möglichkeit zur Erholung und zum physischen Ausgleich für die konzentrierte Arbeit während des Unterrichts. Wir bitten sie daher: Überdenken sie noch einmal die Position bezüglich der Streichung der Gelder für Schulhofsanierungen. In der nächsten Woche werden wir einige Aktionen im Bezirk durchführen. Wir wollen in Demonstrationen mit den Lehrenden und anderen Schüler_innen Berlins gemeinsam zeigen, wie ernst uns diese Sache ist! Für die Presse:
Die Bedingungen für Erholung und Entspannung während der Pausen sind an unserer Schule katastrophal: zerrissene Betonplatten, graue Wände, kaum Pflanzen, der halbe Schulhof ist gesperrt, unkonzentrierte Schüler_innen, genervte Lehrer_innen. Der Grund: Die Kürzungen des Senats für die Sanierung von Schulen. Was das konkret für unsere Schule bedeutet – davon können sie sich selbst ein Bild machen. Wir laden sie zu einer öffentlichen Besichtigung der Schule am Freitag um 10 Uhr ein. (Dazu müsst Ihr natürlich vorher das OK der Schulleitung einholen!) 3. Schriftgestaltung
Ein wichtiges Gestaltungselement ist die Schrift. Ihr solltet höchstens 2 Schriftarten und besser keine Schnörkelschrift verwenden, da ansonsten kaum noch Übersichtlichkeit gegeben ist. Die genannten Gestaltungsparameter sollten möglichst so angewendet werden, dass sie zur verwendeten Schriftart passen und einen harmonischen optischen Gesamteindruck bewirken. Einige Schulen haben sogar eine eigene oder eine feste Schriftart, in der sie ihre Mitteilungen herausgeben. Erfragt sie einfach im Sekretariat und verwendet sie auch in Euren Mitteilungen. So erkennt man direkt an Eurer Schrift, woher Ihr kommt. 4. Bildgestaltung
Durch die Bildgestaltung könnt Ihr beispielsweise die Textaussage bekräftigen. Nutzt Bilder, die Aufmerksamkeit erregen, dadurch dass sie provozieren, verwirren oder zum Denken anregen! Außerdem sollten die Bilder logisch in den Gesamtzusammenhang der Gestaltung passen.
Weitere wichtige optische Mittel sind Slogans, Logos oder Signets, welche jedoch nicht als Zierelement dienen sollten, sondern vielmehr dazu, das zentrale Anliegen der Reklame auf den Punkt zu bringen.
Die Aufmerksamkeit, die Eurer Werbung letztendlich geschenkt wird, hält sich im Durchschnitt nur für 2 Sekunden, weswegen Ihr in Eurer Gestaltung maximal 7 Blickfänge verwenden solltet, da der Mensch nur in der Lage ist, 7 Punkte des Objektes, das er_sie für diesen Zeitraum betrachtet, wahrzunehmen. 5. Layout
Wenn Ihr den Inhalt und die Bilder beisammenhabt, müsst Ihr sie nur noch entsprechend anordnen. Der Titel der Werbung sollte als Blickfang dienen (oder ein zentrales Bild). Ordnet Text und Bilder in einer strukturierten Art und Weise an und beachtet Linien als wirkungsvolle Gestaltungselemente. Hierzu gibt es zu sagen:
Freiraum als optisches Gegengewicht zu vollen Flächen, Kontraste setzen Schwerpunkte und ziehen Interesse auf sich, durch Proportion stimmige Größenverhältnisse für Überschriften, Textblöcke und Bilder entwickeln. Letztendlich noch ein paar kleine Ideen für kreative Werbung: Flyer sind eine gute Möglichkeit, viele Leute zu erreichen!
Karikaturen, Cartoons, Zeichnung machen Werbung viel interessanter!
Faltblätter enthalten zunächst noch einen Teil der Information vor und erhöhen somit die Spannung beim Betrachten der Werbung!
Ankündigungsserien prägen sich durch die stückweise Informationsgabe besser ein!
3.5. Projektarbeit Von der Idee zum Erfolg Viele Schüler_innenvertretungen starten begeistert und mit einem Kopf voller Kreativität und Ideen ins neue Schuljahr. Da zwischen der Idee und der erfolgreichen Umsetzung eines Projektes häufig aber noch ein weiter Weg steht, ist es für Viele hilfreich, sich zunächst mit so etwas mit Projektplanung oder Projektmanagement auseinanderzusetzen, bevor ein bestimmtes Projekt auf die Beine gestellt wird. So kann man strukturierter an den Ablauf der Planung gehen und auch Hürden, die aufkommen könnten, vorher bedenken und so überwinden. Spricht man von Projektmanagement, sind die verschiedenen Phasen Initiieren, Planen, Steuern und Abschließen von Projekten gemeint. Projektphasen 1. Ideenfindung
Ganz am Anfang steht die Idee. Ideen können auf unterschiedliche Art und Weise in die SV gelangen. Sie können Ergebnis einer Umfrage unter den Schüler_innen sein, als Anregung im SV-Briefkasten landen, in den SV-Gremien oder Schülervollversammlungen entstehen oder einfach auf langjährigen Traditionen (jährlicher Schulball, Projektwoche etc.) beruhen. Die Idee muss nun inhaltlich konkret ausformuliert werden. Ihr solltet Euch als Erstes im Klaren darüber werden, welches Ziel Ihr mit dem Projekt verfolgt, dieses aufschreiben und bei den weiteren Schritten nie aus den Augen verlieren. Methode: Traumschule – Methode, die sich zum Einstieg eignet, wenn die Teilnehmenden noch keine Projektideen haben. Die T. eignet sich gut für Gruppen, die wenig Wissen von SV-Arbeit haben und denen theoretisches Arbeiten eher schwerfällt. In Kleingruppen malen die Teilnehmenden mit bunten Stiften (z. B. Wachsmaler) auf ein Plakat ihre Traumschule. Dabei können sie malen, was sie möchten. Danach formuliert die Moderation aus den Träumen „realistische Wünsche“, die dann umgesetzt werden können. So wird z. B. der Traum „Alle Wände sind vergoldet“ zu einem Projekt „Wände verschönern“. Der Traum „Schwimmbad im Keller“ könnte auf ein Projekt für mehr Abwechslung im Schulalltag oder Sportprojekte im Nachmittag hinauslaufen, der Traum „McDonald’s in der Aula“ auf leckeres Essen am Kiosk. 2. Projekt präzisieren
Kosten, Ausmaß und Zeit des Projektes sollten unbedingt genau abgeschätzt werden. Bei der Beschreibung des konkreten Projektes sollten auch alle Argumente für und wider und mögliche Gegner_innen und Befürworter_innen aufgeführt werden. Dadurch könnt Ihr Euch auf Diskussionen, z. B. in der Schulkonferenz, gezielt vorbereiten. Überlegt Euch dabei auch, wie man Gegenargumente entkräften kann, und bezieht dabei mögliche Regelungen aus dem Schulgesetz mit ein. Gelten Schulgesetzregelungen für Eure Belange, kann dies z. B. beim Durchboxen des Projektes gegenüber einer ablehnenden Schulleitung sehr hilfreich sein. Handelt es sich um ein Projekt der Schüler_innenvertretung, bedarf es eines offiziellen Beschlusses auf einer SV-Sitzung, um es gegenüber anderen Schulgremien durchzusetzen. Stehen die Ziele und Inhalte des Projektes fest, kann die eigentliche Projektplanung beginnen: Methode: SMART Zielformulierung – Methode, die zu Beginn eines Projekts stehen sollte. Aus Problemen, Wünschen oder Plänen entsteht zunächst eine Zielformulierung. Diese muss den „SMART“en Kriterien standhalten. Ist sie „s“pezifisch (genaue Zielformulierung?). Ist sie „m“essbar (Erreichen des Ziels prüfbar?). Ist sie „a“ttraktiv (will die Gruppe das Ziel wirklich erreichen?). Ist sie „r“ealistisch (kann die Gruppe das Ziel erreichen?). Ist sie „t“erminiert (Deadline für das Ziel?). Die Formulierung: „Alle Schüler_innen sollen sich mit SV-Recht gut auskennen“ ist demnach nicht SMART, die Formulierung: „In drei Seminaren sollen noch dieses Jahr zwei Schüler_innen pro Schule der Stadt in SV-Recht geschult werden“ schon eher. Methode: ZWUP – (Ziele – Wege – Unterstützer_innen – Probleme) Methode, um ein Projekt zu Beginn besser einzuschätzen. Unterteil ein Blatt in vier Bereiche. Links oben steht „Ziele“, daneben „Wege“. Links unten steht „Probleme“ und daneben „Unterstützer_innen“. Fang nun mit den Zielen an und schreibe die Zielformulierung in das entsprechende Feld. Daneben schreib möglichst viele Wege, die zum Ziel führen können (z. B. „Werbung über SVen“, „Programm erstellen“). Überleg dann alle erdenklichen Probleme. Wenn die Probleme gesammelt sind, kannst Du die Wege noch mal ergänzen. Danach überleg Dir Unterstützer_innen. Gibt es z. B. einen Förderverein, andere Geldgeber_innen oder Leute, die gut moderieren können? Das fertige ZWUP soll natürlich aufbewahrt werden. 3. Team bilden
Stellt als Erstes ein festes Team auf, das sich mit der Planung des Projektes beschäftigt. So ist es einfacher, den Überblick über die involvierten Personen zu behalten, Verantwortlichkeiten zu verteilen und Identifikation mit der Gruppe zu schaffen. Auch hat jede_r das Gefühl, ein wichtiger Teil des Teams zu sein und nicht nur Aufgaben, die andere bereits festgelegt haben, auszuführen. Am geeignetsten ist erfahrungsgemäß ein Team von ca. 3-9 Personen. Jede Schüler_innenvertretung besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten. Jede_r sollte seine eigenen Kapazitäten und Interessen einbringen können. Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, alle Projektideen und Themen abzuarbeiten: 3.1. Projektgruppen
Nicht jede_r hat Lust, an allen Projektideen gemeinsam auf den Sitzungen zu arbeiten. Aber das ist auch gar nicht notwendig. Bestenfalls haben alle aus Eurer SV ein bestimmtes Projekt aus Eurem Projektpool, auf das sie richtig Bock haben. Also warum nicht kleine, feste Projektgruppen bilden, die sich regelmäßig außerhalb der SV-Sitzungen treffen, um ihr persönliches Lieblingsprojekt umzusetzen. Diese Projektgruppen können aus ca. 3 bis 9 Menschen bestehen und haben bestenfalls eine Person, welche die Koordination der Projektgruppe übernimmt und Kontakt zum SV-Vorstand hält. Die SV-Sitzungen können dazu genutzt werden sich als Projektgruppe weitere Anregungen und Feedback zur Planung des eigenen Projekts einzuholen. Wenn eine Projektgruppe ihr Projekt abgeschlossen hat, suchen sich die Mitglieder gemeinsam ein neues Projekt. Und noch ein Tipp: Oft haben auch Schüler_innen, die nicht in der SV sind, Lust ein bestimmtes Projekt mitzugestalten. Ihr könnt die SV-Stunden in den einzelnen Klassen nutzen, um noch mehr Mitglieder und Unterstützer für Eure Projektgruppe zu gewinnen. 3.2. Themengruppen
Manchmal macht es am Anfang des Schuljahres Sinn alle Projektideen verschiedenen Oberthemen unterzuordnen. So fallen zum Beispiel Projekte wie die Renovierung der Toiletten, freies W-LAN innerhalb der Schule und die Umgestaltung des Schulhofs unter das Thema „Gebäude und Ausstattung“, während die Valentinstags-Aktion und der Winterball unter das Thema „SV-Events“ fällt. Jedes SV-Mitglied kann sich dann eins der Oberthemen aussuchen, sodass unterschiedliche Themengruppen mit mehreren Projektideen entstehen. Auch hier sollte eine Gruppe aus ca. 3-9 Mitgliedern bestehen, inklusive einer Person, welche die Koordination der Themengruppe übernimmt. Jede Themengruppe priorisiert am Anfang des Schuljahres ihre Projekte, sodass eine Reinfolge für die Abarbeitung entsteht. Ist eine Gruppe mit ihrem Projekt fertig, steht das nächste Projekt bereits fest, mit dem die Gruppe weitermacht. 4. Aktionsplan erstellen
Es empfiehlt sich, zu Beginn ein paar Teamregeln bzw. eine Netiquette aufzustellen, um für eine bessere Arbeitsatmosphäre zu sorgen. Erstellt gemeinsam einen Aktionsplan, in dem Ihr sehr kleinteilig alle Aufgaben auflistet, die im Zusammenhang mit Eurem Projekt anfallen.
Sinnvoll ist es, die Aufgaben dann in Aufgabenpakete aufzuteilen und entsprechend eine_n Verantwortliche_n für die Pakete zu benennen. Der Aktionsplan enthält neben der jeweiligen Aufgabe auch die Spalten „Wer?“ „Was ist zu tun?“ „Bis wann?“ „Welche Kosten?“ und „Wie decken wir die Kosten?“; eventuell eine Spalte für Anmerkungen. Erstellt den Aktionsplan auf einer Tapetenrolle oder einem Packpapierplakat und hängt ihn in den SV-Raum bzw. immer zu Euren Treffen auf. Dadurch sehen alle, an welchem Punkt im Ablauf der Planung Ihr Euch zeitlich befindet und ob die Aufgaben, die Ihr Euch bis dorthin vorgenommen habt, erfüllt sind. Auch solltet Ihr versuchen, konstruktiv darauf hinzuweisen, wenn jemand seine Arbeitsaufträge nicht bis zu einem gewissen Datum erfüllt hat, ohne in persönliche Vorwürfe abzudriften. Macht Euch realistische Zeitpläne, denn nichts frustet mehr als das Gefühl, sein Projekt in der vorgegebenen Zeit nicht realisieren zu können. Trefft Euch regelmäßig und bezieht die Treffen auch in Euren Aktionsplan ein. Legt außerdem fest, wer Hauptansprechpartner_in für das Projekt ist, sodass Interessierte auch schnell eine kompetente Ansprechperson finden. Finanzierung: (  Ohne Moos nix los. Finanzierung von SV-Arbeit)
Wichtig ist natürlich auch die Suche nach Sponsor_innen, denn für die meisten Projekte braucht Ihr sicher zusätzliche finanzielle Unterstützung. Vor der Anfrage muss ein gut ausgearbeitetes und durchdachtes Konzept stehen, mit dem Ihr Sponsor_innen von dem Zweck und der Durchsetzbarkeit Eures Projektes überzeugen könnt. Wenn es um die Durchführung von Workshops etc. geht, lohnt es sich auch, die Angebote von Stiftungen und Vereinen zu prüfen. Sie übernehmen in der Regel u. a. die Kosten für die Workshopleiter_innen. 5. Durchführung
Nehmt Euch bei den regelmäßigen Treffen Zeit, um alle Fortschritte des Projektes genau anzuschauen. Sollten einige Dinge nicht so funktionieren wie geplant, dann entscheidet gemeinsam, wie der Plan zu ändern ist. In manchen Fällen gelangt man auch an den Punkt, an dem ein Projekt abgebrochen werden muss, da man z. B. falsche Vorstellungen von der notwendigen Zeit oder dem zu erwartenden Geld hatte. Dies sollte aber natürlich ein gemeinsamer und wohlüberlegter Beschluss des ganzen Teams sein.
Die Durchführungsphase gestaltet sich bei jedem Projekt unterschiedlich. Von nur zwei Stunden (z. B. eine Diskussionsveranstaltung) bis zu einer Woche (z. B. eine ganze Projektwoche) oder mehr ist alles vorstellbar. Wichtig ist es in dieser Phase, Euch an Eure eigenen Teamregeln und Euer Konzept zu halten, zuverlässig Arbeitsaufträge zu erfüllen und notfalls zu einer Kurskorrektur bereit zu sein. 6. Dokumentation und Auswertung (  Sehen und gesehen werden. Öffentlichkeitsarbeit der SV)
Achtet auch unbedingt auf eine gute Dokumentation Eures Projektes! Macht Fotos, filmt oder schreibt ein Projekttagebuch. Hebt jeden Schnipsel auf, der mit Eurem Projekt zu tun hat. Damit solltet Ihr bereits während der Durchführung beginnen, um Euch Aufwand im Nachhinein zu sparen. Macht die Auswertung unbedingt schriftlich, hebt sie für folgende Projekte auf und stellt sie anderen SVen zur Verfügung. So können die folgenden „Generationen“ von Euren Überlegungen und Eurer Erfahrung profitieren und bereits am Anfang mit Schwierigkeiten, denen Ihr im Verlauf der Projektplanung begegnet seid, gut umgehen.
(  Der Nächste bitte: Nachhaltigkeit und Wissensmanagement) Nach einem abgeschlossenen Projekt – egal ob Workshop, Sommerfest oder Demonstration – ist es Zeit, sich auf die Schulter zu klopfen und zu feiern! Um die Motivation und das Engagement der Beteiligten aufrechtzuerhalten, ist es sinnvoll, ihnen danke zu sagen. Egal wie groß oder klein der Beitrag der Person oder Organisation war, ein Dankeschön verstärkt die Erinnerung und die Bereitschaft, in folgenden Projekten wieder mitzuwirken.
Danach folgt der letzte Schritt des Projektzyklus. Feedbackrunden und -methoden helfen, ein Projekt abzuschließen und zu dokumentieren. Dafür gibt es Tipps und Methoden:
Beschreibe möglichst konkret die Situation, auf welche Du Dich in Ich-Botschaften beziehst. Dabei kann es helfen, die W-Fragen zu beantworten: Wann? Wo? Wer? Was? Warum? Dies hilft dem Gegenüber, sich zu erinnern, ein Bild zu machen und sein Verhalten zu reflektieren. Durch Ich-Botschaften kann vermittelt werden, welche Gefühle und Bedürfnisse eine Situation im Feedbackgebenden ausgelöst hat und vermeidet direkte Vorwürfe oder Pauschalisierungen.
Feedback sollte freiwillig sein: Dies betrifft sowohl die Feedbackgebenden als auch den_die, der_die das Feedback bekommt. Die Bereitschaft, ein solches anzunehmen, sollte gegeben sein. (  Feedback und Anerkennungskultur in die SV und die Schule bringen) 1x1-Konzept schreiben
In einem Dokument, das möglichst nicht länger als zwei Seiten sein sollte, haltet Ihr alle projektrelevanten Informationen gebündelt fest: Projektname
Start- und Enddatum
Ziele des Projektes
Zielgruppe (für wen ist das Projekt?)
Argumente für das Projekt
Aktionen (Die einzelnen Schritte zum Erfolg)
Teammitglieder und Aufgabenverteilung
Zeitplan
Finanzplan
Aktionsplan Beispiel-Aktionsplan für das Projekt: Ohne Moos nix los. Finanzierung von SV-Arbeit Für fast alles im Leben, so traurig es ist, wird Geld gebraucht; also auch für die SV-Arbeit. Ob nun ein neuer Kicker für den Oberstufenraum, ein neuer SV-Briefkasten oder gleich ein neuer SV-Raum? Alles muss irgendwie bezahlt werden.
Grundsätzlich gilt: Bürobedarf, also Papier, Ordner, Briefmarken, Faxe und Kopien – all das muss die Schule Euch kostenlos geben, wenn Ihr es benötigt! (§ 121 SchulG) Andere Dinge wiederum müsst Ihr selbst finanzieren. Für die alltägliche SV-Arbeit gibt es daher verschiedene Mittel zur Finanzierung: Mittel der Schule
Es besteht die Möglichkeit, dass Euch auf Beschluss der Schulkonferenz (  Welche Rechte haben Schüler_innen und ihre gewählte Schüler_innenvertretung?) ein Teil des Schulhaushaltes zusteht, den Ihr für Eure Arbeit nutzen dürft. Damit wird der SV jährlich und automatisch ein Titel im Schulhaushalt eingerichtet. Die Beschlüsse zu den Finanzen werden in der Schulkonferenz mit einer 2/3-Mehrheit gefasst. Besonders interessant ist die Gestaltung der Grundsätze über die „Verteilung und Verwendung der (...) zugewiesenen Personal- und Sachmittel“ (§ 7 Absatz 3, 5 und 6 SchulG). Der Spielraum für Schüler_innenvertretungen ist hier sehr groß. Formulierungen in Anträgen von Schüler_innenvertretungen wie: „0,5 % des Budgets werden für die Arbeit der Schüler_innenvertretung eingeplant“, sind hier möglich. Das wäre z. B. bei einem jährlichen Schulbudget von 300.000 Euro eine Summe von 1.500 Euro für die Arbeit der Schüler_innenvertretung. Schulförderverein
Brauchbar für alles Mögliche, von neuen Trikots bis hin zur Finanzierung von SV-Flyern. Einziger Nachteil: Es kann etwas länger dauern, bis Ihr Euer Geld seht. Vorgehensweise: Ihr schreibt einen Antrag mit Eurem Anliegen an den Förderverein. Darin sollte enthalten sein: Was soll finanziert werden? Wie hoch ist die Fördersumme?
Warum soll der Förderverein diese Sache unterstützen? „Vitamin B“
Jemand kennt jemanden, der jemanden kennt, dessen Großmutter noch Briefkästen hat, die wir für unsere SV kostenlos haben könnten. Vorgehensweise: Fragt erst in Eurem SV-Team, ob es jemanden gibt, der das Gesuchte hat, und zieht gegebenenfalls immer weiter Kreise: in Euren Klassen, in der Schülerschaft, im Kollegium, via Internet usw. Sponsoring
Beispielsweise, um Preise für Euer Schulturnier oder Euer neues SV-Shirt zu erhalten. Vorgehensweise: Ihr nehmt Kontakt zu den Unternehmen, bspw. einem Kino in der Nähe, auf und präsentiert Euer Vorhaben. Gleichzeitig solltet Ihr als Gegenleistung etwas anbieten. Wie wäre es mit einem Artikel in der Zeitung über die Übergabe Eurer neuen Shirts oder ein Post auf Eurer Facebookseite mit Verlinkung auf das Unternehmen. Möglichkeiten gibt es viele, eines gilt allerdings für alle: Sponsoring ist wie alles ein Nehmen UND ein Geben und man sollte sich gut überlegen, auf welche Firma man sich einlässt. (  Sehen und gesehen werden. Öffentlichkeitsarbeit der SV) SV-Kasse/ Eigenmittel
Das Führen einer SV-Kasse mit Einnahmen aus Verkaufsaktionen oder Partys ist durchaus möglich und sinnvoll. Durch eine eigene SV-Kasse seid Ihr unabhängig von Geldgebern, wie der Schule oder Dritten, lernt dabei eigenverantwortlich den Umgang mit „öffentlichen“ Geldern und könnt auch langfristige, größere Projekte in Angriff nehmen.
Lasst Euch dabei von Vertrauens- oder SV-Lehrer_innen, aber auch durch den Schulförderverein unterstützen. Förderprogramme für Schüler_innenvertretungen in Berlin
Ihr habt ein Superprojekt und super Ideen, aber es ist irrsinnig teuer für Eure SV und Euch fehlt die Unterstützung? Dann sind diese Förderprogramme das richtige für Euch! Think Big „Gute Ideen? Nicht warten. Starten.“: https://www.think-big.org/ - bis zu 400 Euro und Coaching für Euer Projekt. Außerdem: Tipps und Tricks zum „Fundraising“
Stark gemacht! Jugend nimmt Einfluss: http://www.stark-gemacht.de/ - Projektförderung mit bis zu 15.000 Euro
Stiftung Mitarbeit: http://www.mitarbeit.de/ - Förderungen von Sachmitteln und kleine finanzielle Förderungen
Doris-Wuppermann-Stiftung – Junge Menschen für soziale Demokratie: http://doris-wuppermann-stiftung.de/ - bis zu 1.500 Euro – im Einzelfall mehr – bekommt Ihr hier für Euer Projekt für soziale Gerechtigkeit, für Umweltschutz, fairen Handel oder gegen Rassismus
Erasmus+ Jugend für Europa: www.jugend-in-aktion.de/ - Förderung für Projekte mit Bezug zu Europa
Serviceagentur ganztägig lernen. Berlin: http://www.berlin.ganztaegig-lernen.de/ stellen Euch gerne Räume zur Verfügung oder unterstützen mit Moderationsmaterial (Fair) Verhandeln Bei Verhandlungen „gewinnen“ zu wollen, ist out, sogar wenn die Verhandlungspartner Lehrer und Eltern sind. Besser bemüht man sich, die Interessen seiner Verhandlungspartner herauszufinden und nach der besten Lösung für alle Beteiligten zu suchen. Vorbereitung: Wichtig: Es gibt keine „Gegenseite“.
Ziel ist ein gerechtes Ergebnis.
Formuliert genau Euer Ziel, Euer Verhandlungsergebnis.
Leitet konkrete Forderungen ab.
Informiert Euch gut über die zu verhandelnde Sache.
Versetzt Euch in die Position Eurer Verhandlungspartner: Warum ist für die andere Seite ein bestimmter Punkt so dermaßen wichtig, dass sie Euch einen Stein in den Weg legt? Wenn Ihr diese „Hintergründe“ erahnt, könnt Ihr in der Verhandlung viel besser auf die andere Seite eingehen und deren Ängste leichter entkräften. Während der Verhandlung: Beginnt mit einem Punkt, über den sich beide Seiten einig sind – schafft eine produktive Arbeitsatmosphäre.
Forderungen klar nennen, mit guten Argumenten begründen.
Argumente sollen die Verhandlungspartner ansprechen und ihren Ängsten und Interessen entgegenkommen. („Sehen Sie, das wollen wir doch genau wie Sie! Und deshalb ...“)
Positionen und Reaktionen der Gegenseite beachten: Welche Ängste und Interessen lassen sich daraus ablesen? Wie können wir sie in unseren Vorschlag aufnehmen?
Hinterfragt scheinbar starre Positionen. („Nein! Das geht nicht!“)
Nach Maßstäben suchen, die alle Verhandlungspartner anerkennen (Erfahrungen aus anderen Schulen, Studien …).
Ist Eure Position zu einseitig, zieht Änderungen in Betracht: Was ist das Beste für alle? Es kann sinnvoll sein, Forderungen aufzustellen, die über Euer eigentliches Ziel hinausgehen. Denn natürlich werden Eure Verhandlungspartner_innen versuchen, Euch herunterzuhandeln. Es macht aber wenig Sinn, etwas gänzlich Unrealistisches zu fordern. Unfaire Verhandlungsstrategien und wie Ihr Euch dagegen wehren könnt „Friss oder Stirb“-Taktik:
Die andere Seite weigert sich, mit Euch Alternativen zu diskutieren oder nach Kompromissen zu suchen. Macht dieses Verhalten selbst zum Thema. Ist das die tolle demokratische Grunderfahrung, die Ihr in der Schule machen sollt? Sucht Verbündete bei anderen Gruppen (z. B. Elternschaft, aufgeschlossene Lehrende ...) Persönlich werden:
Die andere Seite beginnt plötzlich, statt an der Sache an Euch persönlich rumzumäkeln: „Von euch kann man ja wohl auch nichts anderes als Blödsinn erwarten, oder?“ „Reicht es Ihnen aus, uns persönlich anzugreifen, oder haben Sie eventuell auch etwas zur Sache zu sagen?“ Dabei aber nicht selbst beleidigend werden! Absichtliche Missverständnisse:
Die andere Seite will Euch absichtlich nicht verstehen und stellt sich dumm. Stellt die Missverständnisse geduldig richtig. Fragt nach: „Wann habe ich gesagt, dass...?“ Killerphrasen:
Die andere Seite benutzt unbegründete Behauptungen, die alle weiteren Diskussionen abblocken sollen, wie z. B. „Das haben wir doch noch nie so gemacht!“, „Das geht doch nicht!“, „Das ist doch längst abgehakt. Da red’ ich doch nicht mehr drüber.“ Am besten genau nachfragen! „Warum denken Sie genau, dass das nicht geht?“, „Warum können wir denn nichts Neues ausprobieren?“ ... (  Eine gute Diskussionskultur einführen) Es gibt aber auch Situationen oder Konflikte, in denen man mit Verhandlungen nicht weiterkommt. Hier kann eine öffentliche Aktion oder die Einbeziehung der Presse helfen, um die eigene Position zu verbessern (  Sehen und gesehen werden Öffentlichkeitsarbeit der SV ).
3.6. Gemeinsam stark. Unterstützung von SV-Arbeit Unterstützung an der Schule Ob Verbindungs- oder Vertrauenslehrer_innen – ihre Aufgabe ist im Kern die selbe. Sie sind für Euch Schüler_innen die Ansprechpartner_innen, wenn es Probleme mit Lehrer_innen oder Mitschüler_innen gibt oder wenn Ihr Fragen zum Unterricht habt. In den meisten Berliner Schulen gibt es mindestens eine Person, die für die konkrete Unterstützung der SV zuständig ist. Meistens sind es die Sozialpädagog_innen, die Vertrauenslehrer_innen oder die Verbindungslehrer_innen. Laut Schulgesetz wählt die Gesamtkonferenz der Lehrkräfte zwei Vertreter_innen für die Gesamtschülervertretung. Die sogenannten Verbindungslehrer_innen sind sehr eng mit der SV verbunden. Sie stehen den Schülersprecher_innen mit Rat und manchmal auch Tat zur Seite. Es hat sich an anderen Schulen bewährt, dass sich Vertreter_innen der GSV regelmäßig mit den Verbindungslehrer_innen und der Schulleitung zusammensetzen und sich gegenseitig über Probleme, Projekte und neue Ideen informieren. Solch ein Treffen kann sinnvollerweise ein- bis zweimal im Monat stattfinden. Zusätzlich können die Verbindungslehrer_innen den SV-Sitzungen beiwohnen und Euch bei der einen oder anderen Entscheidung beraten. Das kann manchmal sehr hilfreich sein, da sie ihre Kolleg_innen sehr gut kennen.
Sollte es an Eurer Schule unklar sein, wer Euch als Verbindungslehrer_in unterstützt, dann wendet Euch an Eure Schulleitung, die Euch eine Ansprechperson nennen kann. Außerdem steht Euch der Berliner Landesschülerausschuss (LSA) für Fragen zur Verfügung. Sie organisieren die SV-Arbeit auf Landesebene und sind gut vernetzt. In Berlin existiert ein dichtes Netz an Vereinen und Jugendbildungsstätten, mit denen Ihr z. B. eine Seminarfahrt oder Projektwoche mit der ganzen GSV verabreden könnt. (  Kapitel Service) Vernetzung mit anderen Schüler_innenvertretungen Die Welt hört nicht am Schultor auf. In ganz Berlin gibt es 228 weiterführende öffentliche Schulen sowie 53 Berufsschulen und jede von ihnen hat (theoretisch) eine eigene Schüler_innenvertretung. (  Level up! – Schüler_innenvertretung in den Bezirken und Berlin). Wie viele von denen kennst Du? Weißt Du, was die Schüler_innenvertretung an der Schule nebenan gerade für Themen hat und für Aktionen plant? Vielleicht funktioniert bei Euch etwas besser als in anderen SVen und vielleicht kannst Du von anderen noch lernen! Viele Probleme ähneln sich und Projekte wie Schüler_innen-Zeitung/-Magazin oder Schulfest finden schulübergreifend manchmal mehr Unterstützung als nur an einer. Versucht andere Schulsprecher_innen aus Eurem Kiez kennenzulernen, indem Ihr z. B. die Kontaktdaten aus dem Internet recherchiert oder bei Euren Nachbarschulen im Sekretariat nachfragt. Vielleicht könnten sich Eure SV-Vorstände ab und zu in lockerer Runde treffen, um sich auszutauschen. Solche Bündnisse werden besonders wichtig, wenn man gemeinsam etwas erreichen will: Verbleib einer Asylsuchenden in der eigenen Schule, gemeinsames Sommerfest, Fußball-Turnier oder der Kampf gegen/oder für Schulreformen. Ein persönlicher Kontakt, auch wenn man sich nicht immer privat mögen muss, kann es die SV-Arbeit um einiges erleichtern und verbessern.
Eine tolle Möglichkeit, sich berlinweit zu vernetzen und weiter zu bilden, stellt das SV-Café dar. SV-Café
Das SV-Café gibt Schüler_innenvertretungen aus Berlin den Raum und die Ressourcen, sich zu vernetzen und sich weiterzubilden. SVen stehen jeden Sommer vor dem gleichen Problem: Ein_e neue_r Schülersprecher_in ist gewählt, die Vorgänger_innen gehen in wenigen Monaten von der Schule ab und Vertrauens- (Verbindungs-)Lehrer_innen haben entweder keine Zeit oder sind wenig engagiert. Außerdem kennen sich Schülersprecher_innen unterschiedlicher Schulen nicht ausreichend, um gemeinsame Projekte zu starten, und gelingt der Start doch, so scheitern sie meist an fehlender Kontinuität. Das SV-Café versucht, die SVen über das ganze Jahr zu betreuen, und soll die gemeinsame Schnittschnelle aller Berliner Schulen darstellen. Den Schülersprecher_innen wird damit die Möglichkeit gegeben, in ein stabiles Netzwerk eingebunden zu sein, um gemeinsame Projekte zu organisieren oder die Schullandschaft zu verändern. Um eine gemeinsame Basis zu schaffen, organisieren wir gemeinsam mit Euch einmal im Monat ein Treffen, zu einem Thema, das Euch weiterbringt (Wie organisiere ich eine Veranstaltung, Rechte, Inklusion …?). Dazu laden wir tolle Referenten_innen ein, diskutieren miteinander und lernen von unseren Erfahrungen. Organisiert wird das SV-Café von der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg, dem SV-Bildungswerk und dem Landesschülerausschuss. Wenn Ihr Fragen oder Probleme an Eurer Schule habt, könnt Ihr uns gerne kontaktieren. Wir würden uns freuen, wenn Du das nächste Mal dabei bist!

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